Sven Regeners Wutrede zum Urheberrecht spaltet Twitter-Nutzer

Sven Regener, Sänger der Gruppe "Element of Crime" wettert über die Kostenlos-Kultur im Internet.
Sven Regener, Sänger der Gruppe "Element of Crime" wettert über die Kostenlos-Kultur im Internet.
Foto: Klaus Hartmann
In einem Radio-Interview hat Element of Crime-Sänger Sven Regener den laschen Umgang mit dem Urheberrecht im Internet kritisiert. Fünf Minuten lang redete er sich den Frust über die Kostenlos-Kultur von der Seele. Zahlreiche Twitterer und Blogger haben reagiert - und sind unterschiedlicher Meinung dazu.

Essen.. Es war eine Wutrede, die sich gewaschen hatte. Es sei eine Unverschämtheit, dass Google Milliarden mit Werbung verdiene und gleichzeitig auf Youtube kostenlos Musikvideos anbiete. Es sei unmöglich, dass viele Nutzer von Musikern erwarteten, dass diese die Ergebnisse ihrer Arbeit umsonst anbieten sollen. Es sei tödlich für viele Plattenfirmen und die Vielfalt des Indierocks, wenn sich die Kostenlos-Kultur im Netz immer weiter ausbreite.

Drastische Worte, mit denen sich Sven Regener, Sänger von Element of Crime und Buchautor, in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk geäußert hat. Fünf Minuten lang redete er sich den Frust von der Seele über die Kostenlos-Kultur, die sich mit Youtube im Netz breit gemacht habe. Viele Nutzer gingen mit Musik um, als sei sie ihnen nichts wert. "Das ist, als wenn man uns ins Gesicht pinkelt", so Regener in dem Interview. Und: "Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, ist nichts wert."

Kritik an Google und Youtube

Viele Indie-Rock-Labels seien in den vergangenen Jahren schon daran zerbrochen. "Die kleine Labels, die vor allem ein studentisches Zielpublikum hatten, sind alle tot", so Regener. Und nun hielten viele Indierocker "die Füße still" aus Angst, als uncool zu gelten, wenn sie Kritik an der Kostenlos-Kultur übten. Dabei müsse man sich vor allem bei Youtube klar machen: "Youtube gehört Google, das ist ein milliardenschwerer Konzern, der aber nicht bereit ist, pro Klick zu bezahlen. Dabei haben Google oder Youtube sonst irgendetwas zu bieten – außer, was andere Leute geschaffen haben und dort reingestellt wird. Da sind wir an dem Punkt, wo die Musiker sagen, wo die Gema sagt: Nein. Und die Gema, das sind letztendlich wir, das sind die Komponisten und Textdichter. Und wir sagen: Nein, für dieses Geld kriegt ihr unsere Musik nicht. Wir sehen nicht ein, dass Milliardengeschäfte gemacht werden, Werbung in diesem Bereich und wir kriegen davon nichts ab. Wir sind sozusagen die Penner in der letzten Reihe. Das ist eine Unverschämtheit."

Twitter-Nutzer gespalten

Auf Twitter ist eine Diskussion über die Wutrede Regeners entbrannt, die die Nutzer spaltet. "Schön, mal die ehrliche Meinung eines Künstlers zu hören", schreibt Nutzer Benedikt Maier. "Regener hat Recht. Punkt", twittert Daniel. "Wir haben uns ja alle dran gewöhnt, im Netz alles für Nüsse zu kriegen, aber der Regener hat Recht", findet auch Battes. "Diese Musikmagazine verdienen sich dumm und dämlich an den Plattenkritiken und geben den Musikern nix ab", twittert atmanuels. Und Dirk Graumann schreibt: "Auch wenn es vielen nicht gefällt, authentisch ist Regener, ich wünsche mir eine breite Debatte zu ausgewogenem Urheberrecht."

Viele Nutzer halten dagegen nicht viel von Regeners Wutrede. "Wer ist dieser Regener eigentlich und was hatte er zum Frühstück für so eine Selbstblamage?", fragt Nutzer Rene Dirks. "Irgendwie immer traurig zu sehen, wenn Musiker, die man mal mochte, als und komisch werden", schreibt Mad Malik. "War schön mit dir, Sven Regener. Next Generation please! Indierock ist alt", twittert Nutzerin Anne Helm.

Auch in zahlreichen Blogs gibt es Reaktionen auf Regeners Rede. "Es gäbe so viele Ansätze, Künstlern zu helfen zu ihrem verdienten Brot zu kommen. Lass sie uns suchen und versuchen", regt Blogger Nilz zum Beispiel auf seiner Seite "Bloggen für den Weltfrieden" an.

 
 

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