Stressball oder Infrarotkamera - Gadgets für den USB-Port 

Mit der Infrarotkamera Flir One für das iPhone kann man nachsehen, ob irgendwo im Haus Leitungen undicht sind oder Kältebrücken bestehen.
Mit der Infrarotkamera Flir One für das iPhone kann man nachsehen, ob irgendwo im Haus Leitungen undicht sind oder Kältebrücken bestehen.
Foto: dpa/Flir
Der moderne Büroarbeiter hat auch nach langen Tagen noch einen entspannten Nacken und eine warme Tasse Kaffee. USB-Gadgets machen es möglich.

Berlin. An den USB-Anschluss kommen die Maus, die externe Festplatte und vielleicht noch der Drucker – mehr nicht. Und am Smartphone braucht man den Kabelanschluss ohnehin nur zum Aufladen. Wer so denkt, hat die Rechnung ohne die Hersteller zahlreicher USB-Gadgets gemacht. Das Angebot reicht dort von der leuchtenden Plasmakugel für denSchreibtisch über den Tassenwärmer bis zur Infrarotkamera am Handy.

Ein garantiert unvollständiger Überblick über das mehr oder weniger sinnvolle Spielzeug für Smartphone und PC:

Schöner arbeiten: Wem die Beleuchtung am Schreibtisch zu langweilig ist, steckt sich einfach LED-Leuchten und –Leisten an den Rechner. Die günstigsten Modelle kosten 10 Euro, für mehr Geld gibt es programmierbare Varianten mit Fernsteuerung. Ebenfalls ab 10 Euro erhältlich sind sogenannte Plasmakugeln oder Effektlampen, die bunte Muster auf den Schreibtisch zaubern. Und eigentlich langweilige USB-Hubs, mit dem mehrere Geräte an einen Anschluss passen, gibt es auch als Hingucker – zum Beispiel von Satzuma in Form einer Krake (10 Euro).

Die richtige Temperatur: Im Sommer ist es im Büro zu warm, im Winter zu kalt? Zahlreiche Gadgets versprechen Abhilfe. Für eine kühle Brise sorgen zum Beispiel Ventilatoren für den USB-Port, die ab 10 Euro erhältlich sind. Für warme Gliedmaßen gibt es beheizbare Handschuhe und Pantoffeln von Infactory (jeweils knapp 15 Euro). Um den Kaffee warm zu halten, können sich Koffein-Abhängige ab 10 Euro einen der unzähligen erhältichen Getränkewärmer neben die Tastatur stellen. Und für die kühle Erfrischung zwischendurch gibt es USB-Minikühlschränke (rund 30 Euro), meistens für genau eine Dose oder Flasche.

Zum Entspannen und Abreagieren: Kurze Pause bei YouTube – und natürlich kommt in dem Moment der Chef um die Ecke. Für solche Fälle gibt es den Big Red Button von Dream Cheeky (20 Euro), der per Tastendruck alles Verräterische vom Monitor verschwinden lässt. Dauerhafte Entspannung liefern Massagebälle und –stifte mit USB-Anschluss (um 10 Euro). Und wer unter Druck lieber zum Angriff übergeht, kann mit kleinen Raketenwerfern von verschiedenen Herstellern Schaumstoffgeschosse durchs Büro feuern (ab 25 Euro) oder mit dem USB-Stressball von GetDigital (30 Euro) E-Mails und Dokumente in Handarbeit zerquetschen – wenn auch nur zum Schein.

Neue Blickwinkel: Für Alltagsfotos und –videos haben die meisten Smartphones ja ohnehin brauchbare Kameras an Bord. Ganz ungewöhnliche Fotos machen dagegen Wärmebildkameras wie die FLIR One. Die gibt es bisher allerdings nur für das iPhone, und der Preis ist mit knapp 300 Euro auch nicht gerade gering. Günstiger - und auch für Androiden erhältlich - sind Schlauchkameras, mit denen sich zum Beispiel verstopfte Abflüsse erforschen lassen (um 15 Euro) oder verschiedene Aufsatzlinsen für Makroaufnahmen oder Fischaugenbilder – ganz ohne USB-Anschluss (ab 5 Euro).

Mehr Strom: Smartphone-Energie für unterwegs liefern Akkupacks. Die waren einst riesig und nicht besonders hübsch, inzwischen gibt es sie auch in klein und mit individuellem Design – zum Beispiel als Benzinkanister von Radbag,für 30 Euro. Beim gleichen Händler ist zum stolzen Preis von 100 Euro auch das Mighty Power Wallet erhältlich, ein Portemonnaie mit eingebautem Akku. Und andersherum funktionieren sogenannte USB-Cells verschiedener Hersteller (ab 10 Euro): Das sind klassische runde Batterien, die aber nicht im Ladegerät an der Steckdose, sondern am USB-Port wieder aufgeladen werden.

Neben diesen Beispielen gibt es noch unzählige andere oder ganz ähnliche Produkte, oft als Import aus fremden Ländern und von wenig namhaften Herstellern. Da die Preise oft sehr niedrig sind, fällt die spontane Kaufentscheidung meist nicht schwer – ein bisschen aufpassen sollten Verbraucher aber auch bei solchen Produkten. Schließlich fließt auch bei Billigware Strom durch den USB-Port, warnt Jürgen Ripperger vom Verband der Elektrotechnik (VDE).

Gewährleistungsrecht gilt auch bei Spaß- und Billigprodukten

Ist ein Gerät nicht anständig gesichert, kann das gerade im Zusammenspiel mit älteren Notebooks oder anderen USB-Anschlüssen, zum Beispiel im Auto, Probleme geben – bis hin zum Brand. "Wenn dadurch Dritte zu Schaden kommen, müssen Sie als Besitzer in der Regel sogar dafür haften", sagt der Experte. Verbraucher sollten daher zumindest ein wenig darauf achten, welche Prüfzeichen und sonstige Angaben zur Sicherheit ein Hersteller verwendet.

Genaues Hinsehen verhindert auch Frusterlebnisse, wenn das versprochene Spielzeug nicht richtig funktioniert oder schon nach kurzer Zeit den Geist aufgibt. "Das Gewährleistungsrecht gilt auch bei Spaß- und Billigprodukten", sagt Sonja Guettat von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Einzige mögliche Einschränkung ist vielleicht, wenn es einen ausdrücklichen Hinweis gibt, dass ein Produkt wirklich nur als Spielerei gedacht ist."

Das bedeutet: Geht das Gerät im ersten halben Jahr nach dem Kauf kaputt oder funktioniert überhaupt nicht, kann der Verbraucher vom Händler eine Reparatur verlangen. Klappt das nicht, gibt es Geld zurück. Nach den ersten sechs Monaten muss der Kunde allerdings beweisen, dass er den Schaden nicht selbst verursacht hat, so Guettat. "Und das ist bei solchen Produkten natürlich besonders schwierig." (dpa)

 
 

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