Mobile World: Handy-Anbieter geben sich optimistisch

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Frankfurt/Main. Die Hersteller von Handys und Anbieter von mobilen Datendiensten blicken optimistisch auf die Mobilfunkmesse Mobile World, dem wichtigsten internationalen Branchenereignis, das vom 16. bis 19. Februar in Barcelona stattfindet.

Besonders zuversichtlich ist der Deutschland-Chef des Smartphone-Herstellers HTC, Lars-Christian Weisswange. «Wir gehen weiter von einem starken Wachstum aus», sagt der auch für Österreich und die Schweiz zuständige Manager des taiwanischen Unternehmens im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP. Der Smartphone-Hersteller hat in seinen Geräten bisher vor allem auf Windows Mobile gesetzt.

Jetzt hat HTC aber mit dem G1 das erste Handy mit dem Google-Betriebssystem Android auf den Markt gebracht. «Für uns ist Android ein komplett neues zweites Standbein.» Während Windows Mobile vor allem für den Einsatz im Unternehmen wichtig bleibe, könnten mit Android neue Kundengruppen angesprochen werden, erklärt Weisswange. Nach dem G1, das in Deutschland von T-Mobile vertrieben wird, soll es bald weitere Handys mit dem Google-Betriebssystem geben: «Wir werden in diesem Jahr auch für Android weitere Geräte anbieten.»

Deutliche Zunahme von Datendiensten erwartet

Der Branchenexperte erwartet, dass die Entwicklung bei den Handys weg geht von den «Feature-Phones», also von Mobilgeräten, die mit ganz bestimmten Funktionen werben wie zum Beispiel die Nutzung als Musik-Player. Diese besetzen das mittlere Preissegment auf dem Handy-Markt, der laut Weisswange bislang in der Form einer Pyramide aufgebaut ist: Im unteren Preissegment werden viele Low-End-Handys mit den beiden Kernfunktionen Telefon und SMS verkauft. Ganz oben befinden sich die teuren Smartphones, die bislang in vergleichsweise kleinen Stückzahlen verkauft wurden.

«Die Pyramide wird zur Sanduhr», sagt der HTC-Manager. Die Nachfrage nach Smartphones mit ihren umfassenden Internet-Möglichkeiten nehme deutlich zu. Und damit werde es bei Smartphones auch zu einem spürbaren Preisrückgang kommen.

Dem entspricht die Prognose des Branchenverbands Bitkom, das bei den mobilen Datendiensten in diesem Jahr einen Zuwachs von weltweit 16 Prozent erwartet. Beim Geschäft mit Mobilfunkleistungen - weltweit insgesamt 578 Milliarden Euro - entfallen dem Verband zufolge dann bereits 21,5 Prozent auf mobile Datendienste. «Der Mobilfunk bleibt trotz der wirtschaftlichen Krise dank neuer Anwendungen und attraktiver Geräte ein Wachstumsmarkt», erwartet Verbandspräsident August-Wilhelm Scheer.

«Der Abruf von E-Mails, Musikdownloads oder der Versand von Fotos gehören heute zu den Standardanwendungen moderner Handys», erklärt Scheer. In Deutschland wird der Zuwachs bei den mobilen Datendiensten nach Bitkom-Schätzungen mit 8 Prozent nur halb so hoch ausfallen wie international - aber damit das Wachstum des gesamten Mobilfunkmarkts von 0,3 Prozent auf 22,3 Milliarden Euro noch deutlich übertreffen.

Garmin und Asustek stellen Navi-Handy vor

Auf der Mobile World in Barcelona zeigen von Montag bis Donnerstag nächster Woche alle Hersteller und Anbieter von Diensten ihre Neuheiten. Im Blickpunkt stehen dabei auch Handys und mobile Dienste mit geografischer Ortung.

Der Navi-Hersteller Garmin will in Barcelona ein gemeinsam mit der taiwanischen Firma Asustek entwickeltes Mobiltelefon vorstellen. Dieses Handy mit der Bezeichnung nuvifone G60 hat einen Touchscreen und verfügt aber viele Navi-Funktionen wie Streckendaten, Angaben zur Fahrtrichtung sowie aktuelle Wetter- und Verkehrsinformationen. «Wir sind überzeugt, dass Standortdaten ein wichtiger Bestandteil sind, die in nahezu jeder Funktion verwendet werden, die das Gerät leisten kann», sagt Garmin-Chef Cliff Pemble zu dem neuen Handy, das bis Ende Juni eingeführt werden soll.

Besonders unter Druck steht Marktführer Nokia, dessen Gewinne im letzten Quartal 2008 um 69 Prozent einbrachen. Dabei muss Nokia mit seinem Betriebssystem Symbian vor allem bei den Smartphones zulegen. In diesem Bereich, so erklärt der Marktexperte Neil Mawston von Strategy Analytics in London, mache der Marktführer unter dem Eindruck der iPhone-Konkurrenz bislang einen ziemlich schwachen Eindruck. (AP)

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