EU will digitalen Fingerabdruck für Personalausweise

EU-weit sollen digitale Fingerabdrücke auf Personalausweisen gespeichert werden.
EU-weit sollen digitale Fingerabdrücke auf Personalausweisen gespeichert werden.
Foto: AP Content / picture alliance/ASSOCIATED PRESS
Nach mehreren Terroranschlägen in Europa will die EU nun handeln. So soll der Kauf von Chemikalien zum Bombenbau soll erschwert werden.

Brüssel.  Die EU zieht neue Konsequenzen aus mehreren Bombenanschlägen islamistischer Terroristen in Europa: Der Zugang zu Ausgangsmaterial für Sprengstoffe soll europaweit erschwert werden, sagte EU-Sicherheitskommissar Julian King unserer Redaktion in Brüssel.

Es gehe um alltägliche Produkte, mit denen Terroristen zu Hause Bomben herstellen könnten – das schließe etwa das hochexplosive TATP (Triacetontriperoxid) ein, das bei Anschlägen in Brüssel, Paris oder Manchester verwendet worden sei. Zur Herstellung von TATP werden leicht erhältliche Chemikalien wie Aceton oder Schwefelsäure benötigt.

Der Vorstoß ist Teil eines neuen Sicherheitspakets der EU-Kommission. Dazu zählt auch ein besserer Zugang der Ermittler zu grenzüberschreitenden Finanzdaten und elektronischen Beweismitteln. Internet-Plattformen sollen angehalten werden, im Kampf gegen terroristische Inhalte mehr zu tun, sagte King.

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Datenaustausch innerhalb der EU müsse besser werden

Zugleich sind neue Verbesserungen beim Datenaustausch der EU-Staaten vorgesehen. „Wir müssen über jene, die uns schaden wollen, mehr wissen und müssen die Informationen über sie teilen“, erklärte King.

Die Kommission will auch schärfere Regeln für die Sicherheit von Ausweisdokumenten einführen, um den Schutz gegen Betrug und falsche Identitäten zu verbessern. Dabei geht es auch um einen obligatorischen digitalen Fingerabdruck auf Personalausweisen. „Wenn wir die Sicherheit unserer Bürger gewährleisten wollen, müssen wir jetzt handeln“, sagte King. (ck)

 

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