Arabische Hacker greifen israelische Internetseiten an

In Israel sieht es beinah so aus, als habe die Regierung von Benjamin Netanjahu Cyberangriffe erwartet.
In Israel sieht es beinah so aus, als habe die Regierung von Benjamin Netanjahu Cyberangriffe erwartet.
Foto: Getty Images
Der geheimnisvolle saudische Hacker „0xOmar“ greift Internetseiten in Israel an. Erst waren es Daten von rund 20.000 israelischen Kreditkarten-Inhabern, die veröffentlicht wurden, jetzt wurden Seiten von Fluglinien lahmgelegt.

Tel Aviv. Das neue Jahr beginnt für Israel mit einer bisher unbekannten Art von Krieg. Seit zwei Wochen werden israelische Internetseiten zum Angriffsziel arabischer Hacker. Am Montag fielen die Webseiten der Fluglinie „El Al“ und der Börse in Tel Aviv für Stunden aus. Eine Nachricht verkündete: „Wegen Wartungsarbeiten im Augenblick nicht zugänglich.“ Doch dahinter stand eine Attacke des geheimnisvollen saudischen Hackers „0xOmar“, der israelische Verbraucher bereits seit Wochen plagt.

„0xOmar“ rückte erstmals vor zwei Wochen ins Rampenlicht, als er die Daten von rund 20.000 israelischen Kreditkarten veröffentlichte und Internetnutzer dazu aufforderte, die Konten der ahnungslosen Kunden zu plündern: „Dies ist der Anfang eines Cyberkriegs“, verkündete er damals. „Ihr seid nicht mehr sicher. Wir werden israelische Server für verschiedene Zwecke angreifen, um geheime Informationen zu veröffentlichen oder um Seiten zu löschen.“ Der finanzielle Schaden soll gering gewesen sein, doch es war nur der Auftakt. Nachdem israelische Hacker Revanche übten und die Bankdetails Hunderter Saudis preisgaben, schlug 0xOmar erneut zu.

Israel gilt als High-Tech-Nation

Am Wochenende griffen Hacker aus Gaza die Webseite der israelischen Feuerwehr an, ersetzten sie mit einem verunstalteten Bild des stellvertretenden Außenministers und der Botschaft „Tod für Israel!“.

Dass ihr Staat ausgerechnet von arabischen Hackern angegriffen wird, wurmt in Israel viele. Das Land gilt als High-Tech-Nation mit einer hohen Dichte an Patenten und Ingenieuren weltweit. Gern preist man sich mit der technologischen Überlegenheit.

Für Internet-Angriffe besonders anfällig

Dennoch schien Benjamin Netanjahus Regierung Cyberangriffe erwartet zu haben. Schon Mai 2011 richtete sie einen „Stab für Internetkriegsführung“ ein. Der nahm seine Arbeit aber erst zu Jahresbeginn auf und soll noch Monate benötigen, bevor er Israels In­frastruktur vor Cyberangriffen schützen kann.

Israel ist als im hohen Grade vernetzte Nation für Internetangriffe besonders anfällig. Die Armee rekrutiert verstärkt Computerfachleute, um Spezialeinheiten auf einen sich verstärkenden Cyberkrieg vorzubereiten.

 
 

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