Apple iPad Pro im Schnelltest: Das kann der Tablet-Riese

Jan Mölleken
Auf dem großen Display des iPad Pro macht Bildbearbeitung endlich Spaß.
Auf dem großen Display des iPad Pro macht Bildbearbeitung endlich Spaß.
Foto: BM
Apples iPad ist deutlich gewachsen – nicht nur in der Größe, sondern auch im Preis. Wir haben das Großformat-Tablet schon getestet.

Berlin.  Mensch, ist das groß! Immer wieder kommt einem dieser Satz in den Kopf, wenn man zu Apples jüngstem Tablet-Spross greift. Tatsächlich ist Apples neues Tablet iPad Pro mit einer Display-Diagonale von 12,9 Zoll (32,78 cm) deutlich größer als die klassischen iPads, die sich mit ihrem 9,7 Zoll Display daneben geradezu zierlich ausnehmen.

Gegenüber dem ohnehin schon flinken iPad Air 2 liefert der große Bruder mit dem A9X-Chip jetzt doppelt so viel CPU- und Grafikleistung. Das sei mehr Leistung als viele Notebooks lieferten, sagt Apple.

Beim Arbeiten mit dem iPad Pro wird der Arm schwer

Das neue iPad ist ohne Frage ein Arbeitstier: Mühelos lassen sich in der App iMovie drei 4K-Videoströme gleichzeitig abspielen, hochaufgelöste Fotos wie am Rechner retuschieren oder komplexe anatomische Modelle flüssig drehen und wenden – dabei wird aber auch schnell der Arm schwer, denn die Größe schlägt sich auch im Gewicht (713 Gramm) nieder.

Bildbearbeitung fühlt sich wirklich natürlicher auf dem Touchdisplay an, noch dazu mit der gestochen scharfen Auflösung von 2732 mal 2048 Pixeln. Auch die mit dem Betriebssystem iOS9 neu eingeführte Split-Screen-Funktion wirkt erst auf dem großen Display wirklich sinnvoll.

Spaß macht das Arbeiten aber erst mit den beiden erstaunlich teuren Zubehörteilen Smart Keyboard (179 Euro) und Apple Pencil (109 Euro). Ersteres ist ein Smartcover mit Tastatur, wie man es auch von Microsofts Surface-Tablet kennt. Diese liefert echte Tasten, die sich bei einem kurzen Test recht gut bedienen ließen. Statt via Bluetooth läuft die Kommunikation über einen neuen Anschluss an der Tabletseite, dem Smart Connector. So entfallen lästiges Pairen oder der Batteriewechsel.

Der hohe Preis schränkt das Vergnügen ein

Noch mehr Freude machte aber der Test des Apple Pencil. Malen und Zeichnen mit dem Druck- und Neigungsempfindlichen Stylus klappten beinahe wie auf Papier. Es gab keinerlei Verzögerung und durch das auf das Deckglas laminierte Display fühlt es sich an, als würde man auf der Oberfläche des iPad arbeiten.

Kurzum: Das iPad Pro macht wirklich Spaß – egal ob man damit arbeitet, oder einen Film schaut. Angesichts der gesalzenen Preise von 899 bis 1229 Euro wird man sich aber sehr gut überlegen müssen, ob es nicht auch eines der kleineren iPads für knapp die Hälfte tut.

Auch die einhändige Nutzung ist in Anbetracht des Gewichts kaum möglich. Wer sich aber schon immer einen noch größeren Schirm gewünscht hat und sich von den happigen Zubehörpreisen nicht abschrecken lässt, wird vom iPad Pro nicht enttäuscht sein.