Amazon will mit Kindle-Fire dem iPad von Apple Konkurrenz machen

DerWesten
199 Dollar – das ist die Kampfansage, die Amazon am Mittwoch in Richtung Apple geschickt hat. Der Versandhändler bringt im November einen eigenen Tablet-PC namens Kindle-Fire auf den Markt. Er soll halb so groß wie ein iPad sein – und halb so teuer.

New York. Mit der Vorstellung eines eigenen Tablet-PC für den Preis von 199 Dollar (146 Euro) hat der Internetversandhändler Amazon am Mittwoch eine Kampfansage an Apple gesendet. Firmenchef Jeff Bezos präsentierte in New York den Kindle-Fire, einen Tablet-PC halb so groß wie ein iPad und damit deutlich kleiner, als vorher von einigen Beobachtern erwartet. Doch trotz der Namensverwandtschaft mit dem E-Book-Reader soll der Kindle-Fire mehr sein als nur ein aufgebohrter Kindle.

Der offensichtlichste Unterschied ist der Farbbildschirm. Auf dem sollen sich Kindle-Fire-Nutzer zukünftig nicht nur Bücher zu Gemüte führen können, sondern auch Spiele, Filme und Musik. Das Ganze läuft mit einer Version des Google-Betriebssystems Android. Die passenden Anwendungen gibt es im amazoneigenen Android-App-Store. Sicherungskopien auf dem heimischen PC sollen mit dem Kindle-Fire überflüssig werden. Alle Daten werden drahtlos auf Amazon-Servern hinterlegt.

Ab dem 15. November soll der Kindle-Fire in den USA erhältlich sein. Ob oder wann er nach Europa kommt, blieb zunächst unklar.

Apple beherrscht mit iPad den Markt

Bisher beherrscht Apple mit dem iPad allen Vorstößen der Konkurrenz zum Trotz den Tablet-Markt. Allein zwischen April 2010 und Juni 2011 verkaufte das Unternehmen 28,7 Millionen dieser Geräte. Die Analysten des Marktforschungsunternehmens Gartner erwarten, dass in diesem Jahr drei von vier verkauften Tablet-Rechnern in Kalifornien entworfen wurden.

Im Gegensatz zu anderen Apple-Konkurrenten, die ausschließlich in der Hardware-Sparte tätig sind, ist Amazon hervorragend aufgestellt, um den Kaliforniern und ihrem iTunes-Store die Stirn zu bieten. Die Internethändler aus Seattle verfügen bereits über attraktive Inhalte, die sie mit Sicherheit gerne den Kindle-Fire-Nutzern verkaufen werden.

Und war die Presse einmal versammelt, nutzte Bezos die Gelegenheit, um noch etwas Produktpflege zu betreiben. Er stellte ein neues Kindle-Einsteigergerät vor, das in den USA nur noch 79 Dollar kosten soll und auf die übliche Tastatur verzichtet. Bisher kostete der billigste Kindle 114 Dollar. Außerdem bringt Amazon ein monochromes Kindle mit Touch-Screen heraus, das ab 99 Dollar erhältlich sein soll. (dapd)