Im Test gewonnen: Darum hat dm die besseren Eigenmarken als Rossmann und Müller

Das ZDF hat eine Reihe von Produkten von dm, Rossmann und Müller unter die Lupe genommen.
Das ZDF hat eine Reihe von Produkten von dm, Rossmann und Müller unter die Lupe genommen.
Foto: Kristin Siebert / ZDF / ZDF und Kristin Siebert
Wie gut schneiden dm, Rossmann und Müller mit ihren Eigenmarken ab? Das ZDF testete die größten deutschen Drogerien in fünf Kategorien.

Berlin.  Windeln, Shampoo und Spülmittel: Was taugen die Eigenmarken der großen deutschen Drogerieketten? In der Dokumentation „Rossmann, dm & Co. – Der große Drogeriemarkt-Test“ unterzog das ZDF die Produkte einer Qualitätskontrolle.

Der Sender klopfte die Unternehmen dm, Rossmann und Müller in fünf Kategorien ab. Darunter zum Beispiel: Die Qualität der Produkte, die Gesundheitsverträglichkeit und der Service.

1. Preis und Auswahl

Marktführer dm setzt auf sogenannte Dauertiefpreise, Rossmann und Müller locken mit Sonderangeboten. Eine Stichprobe aus 17 vergleichbaren Alltags-Produkten der Drogerien zeigt: Am günstigsten kaufen Kunden im Schnitt bei Müller ein, mehr hinlegen müssen Einkäufer bei Rossmann – und am teuersten ist der Einkauf bei dm.

Die Auswahl unterscheidet sich teilweise eklatant. Das zeigt sich zum Beispiel an der Zahl der angebotenen Deos: Während dm insgesamt 30 Spray- oder Rolldeodorants in den Regalen hat, sind es bei Rossmann 38 und bei Müller sogar 44.

2. Qualität: Spülmittel und Babywindeln

Der Sender testete Handspülmittel mit dem Zusatz „sensitiv“, also solche Mittel, die besonders hautfreundlich sein sollen. Das Ergebnis der Hautärztin: Bei der Eigenmarke „Blink“ von Müller entwickelt sich der pH-Wert negativ, am hautfreundlichsten schnitt „Domol“ von Rossmann ab – dazwischen lag „Denk mit“ von dm.

Doch jedes der Spülmittel hatte auch klare Vorteile: „Blink“ von Müller säuberte sehr gut bei eingebranntem Schmutz, „Domol“ von Rossmann enthielt am wenigsten Duftstoffe, die Allergien auslösen können, und „Denk mit“ von dm war besonders ergiebig.

Außerdem untersuchte der Sender Babywindeln auf ihre Qualität. Im Labor testeten Experten die Produkte „Baby Love“ von dm (5,75 Euro), „Beauty Baby“ von Müller (3,99 Euro) und „Babydream“ von Rossmann (5,49 Euro) auf Farbstoffe und Formaldehyd. Das erfreuliche Ergebnis: Keines der Produkte ist chemisch belastet.

Für die weitere Beurteilung ließ das ZDF die Windeln von einigen Müttern an ihren Babys testen: Auf Platz eins landete dabei die Windel von dm, gefolgt von Müller – am schlechtesten schnitt die Rossmann-Windel ab.

3. Gesundheit: Pflegeshampoos und Diätdrinks

Wie sinnvoll sind Diätdrinks? Nicht besonders – egal, wo der Kunde sie kauft. Alle drei Produkte erhielten viel Zucker. Ein Ernährungsmediziner warnte zudem: Wenn zu lange richtige Mahlzeiten mit den Drinks ersetzt werden, könnten dem Körper auf längere Sicht lebenswichtige Nährstoffe fehlen.

Auch bei der Naturkosmetik zogen die Tester eine ernüchternde Bilanz: Die Pflegeshampoos „Alverde“ von dm (1,95 Euro) „Terra naturi“ von Müller (1,95 Euro) und „Alterra“ von Rossmann (1,99 Euro) waren zwar frei von Formaldehyd und Duftstoffen. Doch überzeugten die dm- und Rossmann-Produkte Experten nicht: Bei Friseuren konnte nur „Terra naturi“ von Müller punkten.

4. Arbeitsklima: Zufriedenheit der Mitarbeiter

Viele Mitarbeiter gaben auf einschlägigen Portalen im Netz schlechte Bewertungen über ihren Arbeitgeber Müller ab, Rossmann lag im Mittelfeld, dm kam gut weg.

Dieses Bild deckt sich auch mit der Erfahrung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi: „Das arbeitnehmerfreundlichste Unternehmen ist dm. Rossmann und Müller sind da anders zu bewerten und kommen an dm nicht ran“, sagt der Gewerkschafter Thomas Schark.

Das spiegelt sich auch im Gehalt wieder. Eine erfahrene Verkäuferin bei dm verdient im Schnitt 2400 Euro brutto im Monat. Das ist ein übertarifliches Gehalt und besser als bei der Konkurrenz.

5. Service: Fotos und Rückgaben

Wer schnell ein paar Fotos ausdrucken lassen möchte, ist bei allen drei Drogerien gut beraten: Verkäuferinnen halfen den Kunden sofort und kompetent. Weniger überzeugend war für die Tester das Bestellen und Gestalten von Fotos auf Leinwänden über das Internet. Die Motive bei allen drei Anbietern waren abgeschnitten – kein guter Service.

In Sachen Kulanz präsentierten sich alle Märkte vorbildlich: Kunden, die geöffnete Ware mit Bon wieder zurückgeben wollten, konnten das in den meisten Fällen – bei dm sogar in allen.

Auch wenn sich die Drogeriemärkten in Feinheiten eindeutig unterscheiden, kommt die Doku zu dem Schluss: „Insgesamt ist der Standard hoch. Und vom harten Konkurrenz-Kampf der Unternehmen untereinander kann der Kunde profitieren.“ (les)

Die komplette Sendung ist hier abrufbar.

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