ADAC warnt: Schlüssellose Systeme anfällig für Autodiebstahl

Der ADAC hat verschiedene Auto-Schlüsselsysteme getestet – und fordert nun Nachbesserungen.
Der ADAC hat verschiedene Auto-Schlüsselsysteme getestet – und fordert nun Nachbesserungen.
Foto: imago
ADAC-Experten entlarven bei Tests mit mehr als 20 Modellen große Schwachstellen und fordern schnelle Nachbesserungen der Hersteller.

Berlin. Sie sind praktisch, aber offenbar zunehmend auch unsicher: Autos mit dem Komfort-Schließsystem „Keyless“. Hierbei muss der Fahrer keine Tasten auf seinem Funkschlüssel betätigen, stattdessen öffnet die Wagentür beim Herantreten automatisch, weil der Schlüssel ständig Funkwellen überträgt.

Diese Methode hat sich nun bei Tests des ADAC als anfällig für Diebstähle erwiesen. Das zeigt eine Untersuchung des Clubs mit mehr als 20 Modellen unterschiedlicher Hersteller. Mit einer selbstgebauten Funk-Ver­längerung konnten die mit einem „Keyless“-Schließsystem ausgestatteten Autos sekundenschnell geöffnet und weggefahren werden. Bei den Tests hinterließ dies keine sichtbaren Einbruchs- oder Diebstahlsspuren.

Einfache Technik genügt Dieben

Die offenkundige Sicherheitslücke bei den Komfort-Schlüsseln erleichtert Dieben laut ADAC ihr Handwerk ungemein: Die Funkverbindung zwischen Schlüssel und Auto kann problemlos über mehrere Hundert Meter „verlängert“ werden. Unabhängig davon, ob sich der Originalschlüssel beispiels­weise im Haus oder der Jackentasche des Besitzers befindet. Wegfahrsperre und meist auch Alarmanlage werden ebenfalls auf diese Weise überwunden. Nach Ansicht der Experten lassen sich die für den Diebstahl erforderlichen Geräte schon mit geringem Aufwand aus handelsüblichen Elektronikbauteilen herstellen.

Der Autoclub sieht nun die Auto­hersteller in der Pflicht, ihre gesamte Fahrzeugelektronik ebenso systematisch abzusichern, wie dies in anderen IT-Bereichen längst Standard ist. Für Besitzer betroffener Fahrzeuge sollte es möglichst rasch Abhilfe durch entsprechende Nachrüstungen geben. Bis dahin können nur ein paar einfache Verhaltensregeln helfen: So sollte man den Autoschlüssel in Gebäuden mindestens drei Meter von der Haustür oder den Fenstern entfernt halten. Steigt man beim Parken ein und aus, sollte man auf Menschen in unmittelbarer Nähe achten. Verdächtig sind auch Aktenkoffer oder Rucksäcke. Dort könnten Diebe ihre Scanner platziert haben. Im Haus kann man seine Schlüssel in einem Schlüsseltresor ablegen oder diese mit Alufolie umhüllen, da diese Funkwellen abschirmt. (zrb)