21 von 30 Plüschtieren laut Stiftung Warentest mangelhaft

Stofftiere tragen mitunter Schadstoffe in Kinderzimmer.
Stofftiere tragen mitunter Schadstoffe in Kinderzimmer.
Foto: dpa-tmn
21 von 30 getesteten Exemplare fallen bei einem Test der Stiftung Warentest durch. Gefunden wurden sogar krebserregende Stoffe.

Berlin. Der erste Teddybär liegt oft schon am Tag der Geburt mit im Kinderbett. Er wird gedrückt, angenuckelt. Dass diese enge Beziehung mitunter zum Problem werden kann, zeigt jetzt eine Untersuchung von Plüschtieren der Stiftung Warentest.

Die Verbraucherschützer bewerten 21 von 30 getesteten Bären, Katzen, Hasen und Drachen als mangelhaft. Viele enthielten gefährliche Schadstoffe, darunter auch krebserregende Substanzen und in der EU verbotene Weichmacher.

Das Füllmaterial konnte zu schnell herausgezogen werden

Bei drei Kuscheltieren – einem pinken Plüsch-Pegasus von Karstadt, einem grünen Drachen von Käthe Kruse und dem Hoppi Schlenkerhasen von Steiff – gingen die Nähte auf, als die Tester bei einer technischen Prüfung daran reißende Kinder simulierten. Das Füllmaterial könne bei diesen Tieren schnell herausgezogen und verschluckt werden. „Das kann schlimmstenfalls zum Ersticken führen“, so Holger Brackemann, Bereichsleiter Untersuchungen der Stiftung Warentest. Alle drei Spielzeuge dürften laut den Verbraucherschützern nicht verkauft werden.

In den Füßen des Felsenpinguins fanden die Tester Formaldehyd

In dem Käthe-Kruse-Drachen entdeckten die Prüfer zudem den Weichmacher DEHP. Der Stoff kann ausdünsten oder sich durch Reibung lösen. Er kann die Fortpflanzungsfähigkeit gefährden und ist in Spielzeugen EU-weit verboten.

Die drei Anbieter reagierten unterschiedlich. „Karstadt will den Verkauf stoppen und selber prüfen“, sagt die Leiterin des Warentests Renate Ehrnsperger. Steiff wies die Vorwürfe zurück. „Es muss sich um ein Einzelstück handeln“, so das Unternehmen. Bei eigenen Prüfungen seien keine Probleme aufgetreten. Anbieter Käthe Kruse lässt den Drachen nicht weiter ausliefern und hat nach eigenen Angaben die mangelhafte Ware komplett aus dem Handel zurückgezogen. Die Plüschtiere würden neu produziert, so eine Sprecherin.

Auch 18 weitere Stoffspielgefährten bekamen das Urteil mangelhaft, darunter gleich mehrere Plüschtiere der Firma Nici sowie von Simba, Ikea und Nanu-Nana. Viele enthielten laut den Testern die als krebserzeugend eingestuften Stoffe Chrysen und das früher in Mottenkugeln verwendete Naphtalin. In den Füßen des kleinen Felsenpinguins der Firma Kösen stießen die Wartentest-Prüfer sogar auf Formaldehyd. Die Stoffe Chrysen und Naphtalin zählen zu den so genannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), von denen viele als gesundheitlich bedenklich gelten. Sie gelangen zum Beispiel über verunreinigte Weichmacheröle oder Farbstoffmischungen in Plüschtiere, erklären die Verbraucherschützer. Ab dem 27. Dezember wird es EU-weit eine Höchstgrenze von 0,5 Milligramm PAK pro Kilogramm in Spielzeug geben. „Interessanterweise also erst nach dem Weihnachtsfest“, sagt Brackemann.

Die Warentester raten beim Kauf besonders aufmerksam zu sein. Schlechter Geruch oder nachlässige Verarbeitung seien Warnzeichen. Auch sollten Käufer an Nähten, Etiketten oder Knopfaugen ziehen. Brackemann: „Geht hier schon im Laden etwas kaputt, ist das Spielzeug sicher auch den Anforderungen des Alltags nicht gewachsen.“

Der Elefant von der „Sendung mit der Maus“ ist unbedenklich

Der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie wirft der Stiftung Willkür vor. „Diese Bewertungen gehen über die gesetzlichen Vorschriften hinaus, an denen sich die Hersteller orientieren“, sagt Geschäftsführer Ulrich Brobeil. Für die Warenprüfer ein gewohnter Vorwurf. „Ich kenne keine andere Branche, die mit so konstanter Regelmäßigkeit auch gesetzliche Sicherheitsbestimmungen nicht einhält“, kritisiert Brackemann. Schon in den vergangenen fünf Jahren testete seine Organisation regelmäßig Spielzeug – unter anderem Puppen, Kunsstofffiguren und Holzspielzeug – jedes zehnte hielt die gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen nicht ein und hätte nicht verkauft werden dürfen, so das Urteil.

Dass es auch ohne Schadstoffe geht, zeigen acht von den Warentestern empfohlene Spielgefährten. Die Note „sehr gut“ ging an den „Schlenkertier Hase“ von Senger Tierpuppen. Die Guten: der Smiki Hund von Spiele Max, das „Bob der Bär“-Affenbaby von Galeria Kaufhof, ein pink gewandetes Lamm von Kik, die Katze Sweety von Sigikid, den Bio-Kuschelbär von Oetinger Natur und der Elefant von der „Sendung mit der Maus“ von der Firma Schmidt Spiele. Befriedigend aber trotzdem empfohlen: Janoschs Tigerente von der Firma Heunec.

 
 

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