Wettbewerb fördert Migranten als Autoren

Essen..  Die Neuauflage des bundesweiten Wettbewerbs „In Zukunft“ für Autoren mit Migrationshintergrund ist am Wochenende mit einem Workshop im Maschinenhaus auf Zeche Carl in Essen gestartet. Veranstalter sind – wie beim ersten Projekt in der Spielzeit 2011/12 – das Westfälische Landestheater (WLT) in Castrop-Rauxel und der Essener Verein Exile Kulturkoordination. Gefördert wird die Theaterstücke-Entwicklung vom NRW-Kulturministerium.

Aus den 36 Bewerbern wurden acht Schreibtalente ausgewählt. Unter Anleitung von Maxi Obexer, Autorin und Professorin für szenisches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin, und WLT-Dramaturg Christian Scholze arbeiten sie an transkulturellen Theaterstücken. Bis November wird es noch acht weitere Workshops im Maschinenhaus und im WLT geben. Eine Jury wählt dann ein Stück aus, das im Frühjahr 2015 im WLT uraufgeführt wird.

Das Ruhrgebiet sei ein naheliegender Ort für dieses Projekt, so Maxi Obexer: „Hier spielt sich die Diversität der Kulturen ab.“ Es gehe um einen Innovationsschub für das Theater, dazu sollen neue Stoffe und Formen entwickelt werden.

Diese große Vielfalt spiegele sich auch in der Auswahl wider, die vom Handlungsdrama über Performance bis hin zum Sprachstück reiche, erläutert Maxi Obexer. Obexer betont nicht zuletzt die Sprungbrett-Funktion von Workshops für die weitere Förderung der Autoren. So wird am 31. Januar im WLT noch ein weiteres Stück aus dem ersten Wettbewerb uraufgeführt: Es ist „Call Shop“ von Jubril Sulaimon aus Dortmund. Anschließend wird es im Essener Maschinenhaus am 26. und 27. Februar gespielt.

Die Autoren von „In Zukunft II“ sind zwischen 20 und 70 Jahre alt und haben ihre Wurzeln in Russland, Syrien, Nigeria, der Türkei, dem Iran und Irak. Zwei von ihnen leben in Nordrhein-Westfalen – die Jüngste, Luna Ali, studiert in Bochum, Daniel Ableev in Bonn.

 
 

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