Wenn die Bühne zur Manege wird

Der Cirque du Soleil präsentiert sein Erfolgsprogramm „Alegria“ als Arena-Show in Oberhausen und Köln.

Wir erfinden den Zirkus neu“, lautete 1987 der Titel eines Programms, mit dem der damals noch weitgehend unbekannte Cirque du Soleil antrat, den Muff unter den Zirkuskuppeln mal kräftig durchzulüften. Ein knappes Vierteljahrhundert später hat der kanadische „Zirkus der Sonne“ sämtliche Kontinente bereist, über 100 Millionen Eintrittskarten verkauft – und er erfindet sich immer noch immer wieder neu. In Las Vegas begeistert derzeit u.a. etwa ein Bühnenspektakel rund um King Elvis die Fans, knapp 30 Shows feierten bereits insgesamt Premiere, und ganze 21 verschiedene Ensembles reisen aktuell im Zeichen der Sonne um den Globus.

Eines davon macht vom 7.-11. September in Oberhausen Station, um ein Programm zu präsentieren, das nicht neu, aber dafür umso faszinierender ist. Mit „Alegria“ präsentiert der Cirque du Soleil seine vielleicht beste Show als Hallen-Inszenierung in der König-Pilsener-Arena.

Das Licht der Zirkuswelt erblickte „Alegria“ bereits im Jahr 1994. Ein Zehntel der über 100 Millionen Besucher insgesamt geht allein auf das Konto dieses Cirque-du-Soleil-Klassikers, der in Reinform das Erfolgsgeheimnis der kanadischen Manegen-Rebellen umsetzt: akrobatische Höchstleistungen in märchenhafter, opulenter Optik.

Nachdem „Alegria“ bereits 15 Jahre lang in fast 20 Ländern der Erde im „Grande Chapiteau“ – dem großen Zirkus-Zelt – zu sehen war (1997 u.a. auch in Düsseldorf), präsentieren die Kanadier ihre Erfolgsshow seit Mai 2009 in den XXL-Arenen der USA. Mit dem Oberhausener Gastspiel ist „Alegria“ dann erstmals auch auf dem europäischen Kontinent im Arenaformat zu sehen.

„Alegria“ ist das spanische Wort für Glück, Freude und Begeisterung. Und genau diese Gefühle soll der außergewöhnliche künstlerische Reigen vermitteln. Gut zwei Stunden lang erlebt der Betrachter ein effektvoll choreographiertes Spektakel, in dessen Mittelpunkt artistische Highlights in gleichermaßen bizarren wie monumentalen Traumkulissen stehen. Ausgeklügelte Licht- und Soundeffekte sowie die live gespielte Musik verstärken den imaginären Charakter des Gezeigten.

Insgesamt wirken 55 Akteure aus 17 Nationen an der gefeierten Zirkusshow der poetischen Art mit. Zu den spektakulären Artistik-Nummern, die dem „Alegria“-Publikum auf den Rängen das Adrenalin in die Adern treiben, gehören u.a. das Synchron-Trapez und der „Russische Barren“, flexible Stangen, mit denen die Artisten mehr als zehn Meter hoch in die Luft katapultiert werden. Für knisternde Spannung sorgt der mongolische Feuer-Messer-Tanz, bei dem brennende Schneiden die Körper der Akteure hautnah umkreisen. Kraftvolle Eleganz und Leichtigkeit verkörpert die Nummer „Power Track“, eine Trampolin-Performance in synchronisierter Choreographie auf einem im Bühnenboden verborgenen Trampolin.

Neben den Akrobaten bevölkern aber noch zahlreiche weitere Figuren die Bühnen. In barocken, farbenprächtigen Kostümen inszenieren sie auf poetische Art komplexe Themen wie Macht und Evolution. Das Typenkabinett der Show besteht aus Narren, Minnesängern, Bettlern, alten Aristokraten und Kindern. Und obgleich der „Cirque du Soleil“ fraglos ein Manegenspektakel der so ganz anderen Art ist, dürfen auch sie nicht fehlen: Clowns, ohne die ein Zirkus einfach kein echter Zirkus ist.

Info: Cirque du Soleil: „Alegria“ 7.-11.9. Oberhausen (KöPi-Arena), 26.-30.10. Köln (Lanxess-Arena).
Karten (ca. 55-95 €) im TICKET-SHOP unter Tel. 01805 / 280 123.

 
 

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