Warhol-Bild bekommt Ausfuhrgenehmigung erst nach der Auktion

1963 fertigte Andy Warhol sein Kunstwerk "Triple Elvis" an, heute sorgt das Werk für viel Aufregung im Kunst- und Politikbetrieb.
1963 fertigte Andy Warhol sein Kunstwerk "Triple Elvis" an, heute sorgt das Werk für viel Aufregung im Kunst- und Politikbetrieb.
Foto: Christie`s/The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc/dpa
Die Aufregung um die Versteigerung von zwei millionenschweren Warhol-Bildern aus Besitz des landeseigenen Casino-Betreibers Westspiel ist groß. Am Donnerstag ist das Geschäft erneut Thema im NRW-Landtag. Außerdem werfen die befristeten Ausfuhrpapiere des Kunstwerks Fragen auf.

Düsseldorf. Für das millionenschwere Bild "Triple Elvis" von Andy Warhol soll erst nach der umstrittenen Auktion in New York eine endgültige Ausfuhrgenehmigung durch das Land NRW erteilt werden. Dass die bisherige Genehmigung nur befristet ausgestellt worden sei, entspreche der jahrelangen Praxis der mit dem Transport beauftragten Spedition, sagte der Sprecher des Casino-Betreibers Westspiel, Christof Schramm am Donnerstag der dpa.

Westspiel will "Triple Elvis" sowie das Bild "Four Marlons" von Warhol am 12. November von Christie's in New York versteigern lassen und erhofft sich einen Erlös von rund 100 Millionen Euro. Davon soll die Casino-Gesellschaft, eine Tochter der landeseigenen NRW.Bank, saniert werden.

Die Ausfuhr von mehr als 50 Jahre alten Kunstwerken muss das NRW-Kulturministerium genehmigen, wenn sie nicht zum nationalen Kulturgut zählen. Der 1963 entstandene "Triple Elvis" des amerikanischen Pop Art-Künstlers Warhol steht nicht auf der deutschen Kulturgutliste.

Piratenfraktion fordert Auskunft im Landtag

Die beiden Warhol-Bilder befänden sich noch im Besitz der Westspiel GmbH, sagte Schramm. Dass auf dem befristeten Ausfuhrpapier Christie's New York als Eigentümer des "Triple Elvis" angegeben wurde, sei "ein Fehler". Für "Four Marlons" musste keine Exportgenehmigung beantragt werden, da das Bild erst 1966 entstand.

Schramm bestätigte zudem, dass Westspiel im Jahr 2002 bereits ein chinesisches Porzellan versteigern ließ. Ein ehemaliger Westspiel-Mitarbeiter hatte dies in einem Leserbrief in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch) bekanntgemacht. Welche Summe die Porzellan-Sammlung bei der Auktion erlöste, war zunächst unklar.

Die Versteigerung der Warhol-Bilder aus dem Westspiel-Besitz sollte am Donnerstag erneut Thema im NRW-Landtag sein. Die Piratenfaktion fordert im Haushalts- und Finanzausschuss (13.30 Uhr) Auskunft von Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) oder seinem Stellvertreter zu dem in der Kulturlandschaft heftig kritisierten Verkauf der Kunstwerke. (dpa)