Viele fröhliche Glaubensvermittler

Paderborn..  Sie kommen aus Indien, Brasilien und Nigeria. Aus Brasilien, Uganda, Polen, Spanien und vielen anderen Ländern: Ohne die mehr als 50 aktiven Priester aus dem Ausland - insgesamt sind durch sie mehr als ein Dutzend Länder vertreten - wäre das kirchliche Leben im Erzbistum Paderborn spürbar ärmer. Quantitativ wie auch qualitativ.

Weihbischof Matthias König ist im heimischen Erzbistum als Bischofsvikar für die Weltkirche verantwortlich. Mit anderen Worten, er ist auch für den Einsatz von Priestern aus dem Ausland hier bei uns zuständig. Die Theologen aus den nicht selten wirklich sehr fernen Ländern seien in aller Regel eine „große Bereicherung für unsere Gemeinden“, weiß der Bischof mit hörbarer Dankbarkeit.

Manche bleiben viele Jahre

In ihren vertraglich gesicherten Aufenthalten, die von einigen Jahren bis hin zu einem ganzen Berufsleben reichen, spiegele sich im Grunde genommen die katholische Weltkirche in unmittelbarer Weise: „Es ist ja kein Geheimnis, dass wir uns hierzulande in Bezug auf unseren Priestermangel in einer gewissen Notsituation befinden“, so der Weihbischof. Und weiter: „Indem Theologen aus anderen Ländern die vakanten Stellen besetzen, tun sie uns und an uns einen großen, einen guten Dienst.“

Mehr noch. Mit ihrer Anwesenheit erweitern sie nicht nur den kirchlichen, sondern auch den kulturellen Horizont des üblichen Gemeindelebens. Matthias König: „Wer einmal das Temperament aus Afrika im Gottesdienst erlebt hat, die Musikalität aus Italien oder die Spiritualität aus Indien wird das nicht mehr vergessen.“

Natürlich ist nicht jede dieser kirchlichen Eingliederungen von garantiertem Erfolg gekrönt. Dann und wann können die Grenzen des Fremden nicht überwunden ­werden. Doch nicht etwa mangelnde Gastfreundschaft oder ­nationale Ressentiments sind dann dafür ­verantwortlich. Vielmehr geht es um so ganz profane Umstände wie das ungewohnte Klima, das andere Essen oder eben einfach Heimweh.

Große Offenheit im Miteinander

Die Priester aus dem Ausland haben zumeist in ihren Heimatländern schon Deutschkenntnisse erworben und werden zusätzlich noch hier in kirchlichen Einrichtung geschult. Manche promo­vieren auch an deutschen Hochschulen und verlängern anschließend ihren Deutschlandaufenthalt um ein paar weitere Jahre mit einer Anstellung vor Ort. Darüber hinaus haben beispielsweise die Polen zwei eigene Ordensniederlassungen in Witten und in Castrop, was zu weiteren Verzahnungen führt. „Wir begegnen uns alle in einer großen Offenheit und erleben auch immer wieder eine unendliche Fröhlichkeit im Miteinander“, bilanziert Weihbischof Matthias König.

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