Unter Denkmalschutz: Fantastival in Dinslaken

Ob der Graf von Kleve bei der Planung seiner Dinslakener Burg bereits die „Kurzweyl” im Sinn hatte, ist nicht überliefert. Gleichwohl hat sich vor den Toren des denkmalgeschützten Gemäuers (12. Jahrhundert) längst die Kultur etabliert, mit Veranstaltungen aus den Bereichen Kabarett, Theater & Musik.

An die alte Steinmauer schmiegt sich seit den 30er Jahren das Freiluft-Burgtheater, seit mehr als zehn Jahren auch Spielstätte des „Fantastivals”. Und nicht nur das Publikum (geschätzte 90 000 Gäste haben sich bislang für das „Fantastival” begeistern können), auch die Künstler selber lassen sich gerne von der einzigartigen Atmosphäre anstecken. Alte Bäume, die das Theater säumen, vermitteln den Eindruck einer intimen Waldlichtung. Und: Kein Gast auf den halbrunden Publikumsrängen sitzt weiter als 20 Meter vom Bühnengeschehen entfernt. Das schafft größtmögliche Nähe.

Apropos „Nähe”: Mit Hannes Wader und Konstantin Wecker sorgen nicht nur zwei Beruf(ung)skollegen, sondern zudem auch zwei Freunde am 12.8. für das Highlight der „Fantastival”-Auflage 2010. Jeder für sich eine Legende, bestreiten die Liederpoeten nach sieben Jahren Pause wieder eine gemeinsame Tournee. Titel: „Kein Ende in Sicht”.

Fast endlos ist auch die Liste der Bühnen-Hits, deren schönste Lieder am 14.8. auf dem Programm stehen: Die beliebte „Sommernacht des Musicals” wartet mit Melodien aus Klassikern und neueren Produktionen auf – und präsentiert mit Uwe Kröger zudem den wohl größten Star des deutschsprachigen Musicals. Kröger feierte seinen Durchbruch an der Seite von „Elisabeth”, glänzte als Rusty beim Bochumer „Starlight Express”, sang die männliche Hauptrolle in „Miss Saigon” und war Titelfigur in „Jesus Christ Superstar”. Mehr Kompetenz geht nicht.

Auf zwei Schultern wird das Erbe von Fury In The Slaughterhouse („Time To Wonder”) getragen, wenn die beiden ehemaligen Köpfe der Band ihr „Best of”-Programm präsentieren: Das Brüderpaar Kai & Thorsten Wingenfelder verzichtet allerdings auf breite Gitarrenwände, beschränkt sich am 11.8. lieber auf ein elektroakustisches Set.

Etwas größer darf's dann am 13.8. sein, wenn die Formation Us & Them die Erfolgssongs der Mega-Band Pink Floyd originalgetreu auf die Burgtheater-Bühne bringt – Licht- und Feuershow inklusive. Neun Musiker, drei Techniker und ein Manager hinter den Kulissen tragen Verantwortung dafür, dass Tribute-Versionen von „Dark Side Of The Moon”, „Wish You Were Here” etc. den Vergleich mit den Originalen der britischen Progrocker nicht scheuen müssen.

Den Startschuss für das Festival setzen vorab drei Veranstaltungen im Burginnenhof, die facettenreicher kaum ausfallen könnten: Die „JazzNight” ermöglicht am 6.8. die Begegnung von renommierten Acts und Nachwuchstalenten im Zeichen improvisierter Musik. Tags darauf (7.8.) vollführt Kabarettist Kai Magnus Sting „Die hohe Kunst der Weltrettung” mit dem Komischsten aus dem wahren Leben. Einen kulturellen wie kulinarischen Leckerbissen gibt's am 8.8., wenn Henning Westphal zum „Literarischen Tafeln mit den Buddenbrooks” bittet. Die Matinee umrahmen Salonmusik und ein 4-Gang-Menü. Und das hätte auch dem Grafen von Kleve sicher gemundet...

 
 

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