„Twenty One Pilots“ liefern bombastische Show in Düsseldorf

Die Twenty One Pilots in ihren typischen Farben. Bühnendeko, Outfit und auch Merchandise ist komplett in rot, schwarz und weiß gehalten.
Die Twenty One Pilots in ihren typischen Farben. Bühnendeko, Outfit und auch Merchandise ist komplett in rot, schwarz und weiß gehalten.
Foto: dpa
Die „Twenty One Pilots“ spielten am Mittwoch in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle. Das US-Duo zeigte, wie eine perfekte Rock-Show geht

Düsseldorf. Die Show neigt sich langsam gen Ende, als Tyler Joseph und Josh Dun sich wohl zum Ziel gesetzt haben, die Halle am Düsseldorfer Südpark komplett in den Grundfesten zu erschüttern. Einer Sänfte gleich heben Roadie-Hände zwei Holzbretter, jeweils ausgestattet mit einer Trommel, ins Publikum. Kreischen brandet auf. Hände schlagen wild gegeneinander. „Josh, Josh“ hallt es aus tausenden Kehlen. Dann stehen die beiden Amerikaner plötzlich auf der Menge. Getragen von den Menschen, die sie die letzten 100 Minuten frenetisch gefeiert haben.

Absurde Show in Düsseldorf

Der erste Trommelschlag. Ein wilder Knall. Rotes Konfetti fliegt durch die Luft. Der letzte Song „Trees“ erklingt. Der Abschluss einer absurden Show. Im positivsten Sinne.

Es ist das vierte und damit letzte Deutschlandkonzert der Twenty One Pilots auf ihrer „Emotional Roadshow World Tour“. Und das Musikduo aus Ohio zeigt, warum sie von Fans und Kritikern als die derzeit wohl beste Liveband des Planeten gefeiert werden. Die Musik – eine Mischung aus Rock, Pop, Elektro, Hiphop. Die Show – als hätte man die skurrile Fantasie Tim Burtons mit perfekt durchgestyltem Sound und einer Lichtshow aus den Star-Wars-Filmen gemixt.

Konzert wie ein Comic

Das Konzert selbst erscheint wie ein von Comics getragenes Theaterstück. Da stehen in weiß gekleidete Endzeitgestalten mit Gasmasken auf der Bühne, sprühen mit Feuerlöschern Nebel ins Publikum. Im Hintergrund rennen weiße Kaninchen mit blutunterlaufenen Augen über die Leinwand. Bunte Lichtblitze zucken durch die Halle. Santa-Muerte-Spielfiguren drehen tanzend ihre Runden. Im Vordergrund aber immer die Musik. Dieser Sound, der sich in den Körper saugt. Diese Melodik, die einfach nicht mehr loslassen will. Die dafür sorgt, dass auch in der Bahn nach dem Konzert, noch immer die Songs gesummt werden. Diese Energie, die von der Band gelebt wird.

Von Schlagzeuger Josh Dun, der derartig manisch auf das Trommelfell eindrischt, dass der Riss immer nur einen Bruchteil entfernt scheint. Von Sänger Tyler Joseph, der wie eine Mixtur aus Irrwisch und Leichtathlet über die Bühne saust, aus dem Stand auf sein Klavier springt, von einem fünf Meter hohen Gerüst inmitten des Publikums performt, in einem überdimensionalen roten Gummiball durch eben jenes rennt.

Die vielleicht beste Liveband der Welt

Die ausverkaufte Mitsubishi Electric Halle erlebt am Mittwochabend eine gut 100-minütige Liveshow, in der die Twenty One Pilots alle Hits, vom Suicide Squad-Titellied „Heathens“, über den Radio-Ohrwurm „Stressed Out“ bis hin zum Anti-Waffen-Song „Guns for Hands“ spielen. Eine Show in der sie beweisen konnten, dass sie vieles sind: brillante Musiker, grandiose Performer, die vielleicht derzeit beste Liveband der Welt.

 
 

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