Sprachwächter beklagen Anglizismen in der deutschen Sprache

Der Verein Deutsche Sprache (VDS) beklagt eine zunehmende Verenglischung. "Die deutsche Alltagssprache wird durch den Gebrauch von sinnlosen Anglizismen verdrängt", sagte der Vizechef und Sprecher der VDS-Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt, Jörg Bönisch, in Halle der Nachrichtenagentur dapd anlässlich des Tags der deutschen Sprache am Samstag.

Halle (dapd-lsa). Der Verein Deutsche Sprache (VDS) beklagt eine zunehmende Verenglischung. "Die deutsche Alltagssprache wird durch den Gebrauch von sinnlosen Anglizismen verdrängt", sagte der Vizechef und Sprecher der VDS-Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt, Jörg Bönisch, in Halle der Nachrichtenagentur dapd anlässlich des Tags der deutschen Sprache am Samstag.

Dabei gehe es bei der Beurteilung nicht um Lehnwörter. "Ergänzen Wörter aus anderen Sprachen die deutsche Sprache sinnvoll, sehen wir keinen Anlass zur Kritik", sagte Bönisch am Donnerstag. Der Verein betrachte mit Sorge die Entwicklung, dass ausdrucksstarke deutsche Wörter durch englische Begriffe ersetzt werden, wo es nicht sein müsse, wie beispielsweise Highlight für Höhepunkt. "Niemand sollte sich seiner deutschen Muttersprache schämen", sagte Bönisch.

Seinen Angaben zufolge zählt der Anglizismen-Index, ein Verzeichnis über den Einfluss englischer Vokabeln auf die deutsche Allgemeinsprache, inzwischen 7.400 Wörter. Jedes Jahr kämen 100 neue dazu. Mit der Vereinsarbeit wollen die Sprachfreunde, wie sie sich selbst bezeichnen, die Verdrängung der deutschen Alltagssprache durch Anglizismen aufhalten. Der VDS forderte daher die Deutschen auf, sich stärker auf die eigene Sprache zu besinnen.

Der Appell, bewusster mit der deutschen Sprache umzugehen, richte sich insbesondere an Politik und Wirtschaft. Eine Hauptforderung des Vereins ist Bönisch zufolge die Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz. "Die Muttersprache muss in Deutschland Bestandteil der Verfassung werden."

dapd

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