So hart und präzise klingt das neue Album von Metallica

James Hetfield sorgt mit wütendem Gesang
James Hetfield sorgt mit wütendem Gesang
Foto: Getty
Mit „Hardwired... To Self-Destruct“ bringen Metallica nach acht Jahren ein Studioalbum heraus, das an Härte und Tempo nichts vermissen lässt.

Essen. Das wird jetzt ganz, ganz hart für alle „Nothing Else Matters“- Schmuser: Metallica haben auf ihrem neuen Album „Hardwired... To Self-Destruct“ schlicht vergessen, mal auf die Bremse zu treten.

Stattdessen führt das vorab veröffentlichte „Hardwired“ vor, was die Essenz des Metallica-Sounds ist: hochgetakteter Thrash-Metal, der vom brutalen Wettstreit von Schlagzeug, Gitarre und Gesang lebt.

Drums und Gitarrenspiel oft präzise bis zur Seelenlosigkeit

Wobei absurderweise Lars Ulrichs Schlagzeug das maßgebende Instrument ist, zumindest drängt es mehr als bei allen anderen Bands des härteren Rockgenres in den Vordergrund. Sollte die Industrie eines Tages einen Drumroboter entwickeln, man müsste ihn „Lars-Ulrich“ taufen, denn die Beats kommen so trocken und präzise, dass sie fast klinisch wirken. Dieser Wille zur Perfektion hat auch das Gitarrenspiel infiziert: Kirk Hammett passt sich dem Rhythmus an vielen Stellen bis zur Seelenlosigkeit an. Allein James Hetfields wütende Stimme scheint dem zu widersprechen.

Große Songs, groß gedacht, groß umgesetzt

Metallica sind Giganten im Rockgeschäft. In diesem Bewusstsein ist „Hardwired... To Self-Destruct“ angelegt. Zwölf Songs, die meist sechs, sieben, gar acht Minuten laufen, oft episch oder powerballadig. Sie hätten noch ganz knapp auf eine CD gepasst – wenn sich Metallica nicht entschieden hätten, das Werk lieber auf zwei Scheiben zu verteilen.

Man muss sich gedulden, um etwa im Song „Dream No More“ die organischeren Stellen zu entdecken. Tatsächlich gibt es am Ende der ersten CD gar eine Art Ruhepunkt: Beim achtminütigen „Halo On Fire“ beginnen die Strophen mit akustisch-sanft anmutenden Passagen. Dies ist auch der eingängigste Song – und wirkt schmusig nur vor dem Hintergrund der mitreißenden Knüppelei davor und danach.

  • Metallica: Hardwired... To Self-Destruct (Universal/Vertigo)
 
 

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