Schauspieler Mathieu Carrière mag sein "Bunter-Hund-Image"

Seine Teilnahme am RTL-Dschungelcamp bereut Mathieu Carrière bis heute nicht.
Seine Teilnahme am RTL-Dschungelcamp bereut Mathieu Carrière bis heute nicht.
Foto: dpa
Mathieu Carrière gefällt sein Spagat zwischen TV-Trash à la Dschungelcamp und dem Theater. Die bunte Glamour-Welt gehe im jedoch "am Arsch vorbei".

Bad Hersfeld. Schauspieler Mathieu Carrière pendelt zwischen TV-Kitsch und Theater-Qualität. Vor ein paar Jahren hat sich der Charakter-Mime noch ins RTL-Dschungelcamp verirrt. Er bereut seinen Ausflug in die Untiefen des Unterhaltungsgeschäft aber nicht, wie er im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur versichert. Bald arbeitet der 64-Jährige erstmals mit Star-Regisseur Dieter Wedel bei den Bad Hersfelder Festspielen - und kann wieder mehr Format beweisen.

Mal sind Sie auf der anspruchsvollen Theaterbühne, mal im seichten TV-Unterhaltungsgeschäft. Was macht Ihnen am meisten Spaß?

Mathieu Carrière: Am meisten macht mir Spaß, die Leute gut zu unterhalten. Mir gefällt dieses Bunte-Hund-Image.

Bereuen Sie es, sich als ernsthafter Schauspieler im Jahr 2011 in die C-Promi-Welt des Dschungelcamps bei RTL begeben zu haben?

Carrière: Nein. Es gibt keine Hierarchien im Unterhaltungsgeschäft. Leider ist es in Deutschland noch so: Es gibt anständige Kultur und Unterhaltungskultur. Früher wollte auch keiner Fernsehen machen, weil es als Unterschichtenprogramm galt, wenn man von der Bühne oder vom Film kam. Inzwischen ist es vollkommen egal. Ich fand meine Rolle beim Dschungelcamp übrigens gut. Oder auch meinen Auftritt als Schwiegermutter bei "Promi Shopping Queen" auf Vox.

Wo fühlen Sie sich am wohlsten?

Carrière: Auf keinen Fall in der bunten Glamour-Welt. Die geht mir am Arsch vorbei. Ich fühle mich aber immer wohl, wenn ich etwas Neues ausprobieren kann. Oder wenn mal Risiko mit dabei ist.

Neu ist für Sie auch die Zusammenarbeit mit Regisseur Dieter Wedel bei den Bad Hersfelder Festspielen. Was reizt Sie?

Carrière: Der Mann ist ein Hansdampf in allen Gassen. Er ist Regisseur, Dramaturg, Querdenker, Freigeist, Intendant. Wir Schauspieler wissen, dass er uns liebt und unseren Beruf sehr ernst nimmt - trotz oder wegen seines schwarzen Humors. Solche Menschen sind selten. Wedel ist ein genialische Mischung aus Chef, Kasper und Zauberer. Aber er kann auch loslassen. Nicht allen Regisseuren gelingt das. Er weiß: Wenn der Vorhang aufgeht, ist er selbst Zuschauer.

Wedel lässt ja selbst arrivierte Schauspieler noch wie in einem Casting antanzen. Mussten Sie auch vorsprechen?

Carrière: Ja, ich war bei ihm und habe vorgesprochen. Aber ich habe kein Problem damit. Ich hatte seinen Text gelesen und der war vorzüglich.

Was reizt Sie nach all den Jahren an der Schauspielerei?

Carrière: Man weiß nie, wer man eigentlich ist. Jeder Regisseur sieht etwas anderes in einem. Wenn man sich wie ein Chamäleon in das Universum des Regisseurs hineinfühlt, ist das aufregend - ein großes Abenteuer. (dpa)

 
 

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