Pina Bausch ist nicht zu kopieren

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Wuppertal. Für die Wuppertaler Bühnen geht mit dem Tod von Pina Bausch eine Ära zu Ende. Der Kulturstaatssekretär des Landes Nordrhein-Westfalen Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff sichert Geld zu: „Die Welt will ihr Werk jetzt erst recht sehen".

Die Nachricht vom Tod der international gefeierten Choreografin Pina Bausch hat nicht nur die Tanzwelt erschüttert. Im Rathaus Barmen gab es einen Ansturm aufs Kondolenzbuch der Stadt, bei den Wuppertaler Bühnen trafen Beileidsbekundungen ein. Für Generalintendant Gerd Leo Kuck geht mit dem Tod der Tanz-Ikone eine Ära zu Ende. „Wuppertal wird etwas völlig Neues machen müssen”, so Kuck: „Pina Bausch ist nicht zu kopieren.”

Gleichwohl sind Kuck wie auch der Wuppertaler Kulturdezernent Matthias Nocke davon überzeugt, dass die in aller Welt aufgeführten und gefeierten Choreografien in den nächsten zwei, drei Jahren weiterhin in Wuppertal zu sehen sein werden. „Das Publikum kann mit Kontinuität und Werktreue rechnen”, versprach Nocke.

Ensemble trauert in Polen

Zum Ende der Theaterferien im August werde sich die Stadt feierlich von ihrer Ehrenbürgerin verabschieden. Dann ist auch das Ensemble wieder zurück, das am Dienstag in Polen vom Tod der Choreografin erfuhr und nun auf dem Weg nach Moskau ist.

NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (CDU) hat der Wuppertaler Kompanie gestern finanzielle Kontinuität zugesagt: „Wir denken nicht an Sparmaßnahmen. Die ganze Welt will das Werk von Pina Bausch jetzt erst recht sehen.” Gleichwohl seien etliche personelle und juristische Fragen zu klären. Wer sich nach ihrem Tod um das Werk und die künstlerischen Interessen, um Namens- und Urheberrechte kümmere, um das künstlerisch unschätzbar wertvolle, aber auch millionenschwere Tanzerbe, darüber habe man zuletzt vor zwei Wochen auf der Insel Hombroich gesprochen – möglicher Sitz einer bereits seit geraumer Zeit vom Land favorisierten Pina-Bausch-Stiftung. „Aber da hatte sie noch keine Vorstellungen”, erklärt Grosse-Brockhoff.

Postume Auszeichnung

An der Tanztheater GmbH waren bislang neben Pina Bausch auch das Land NRW und die Stadt Wuppertal beteiligt. Auch hier weiß man von Planungen eines Tanzarchivs oder einer Tanzakademie, die am Ende nicht mehr realisiert werden konnten. Wie fast jeder in ihrem Umfeld ging die 68-Jährige wohl davon aus, die Arbeit noch jahrelang machen zu können. Auch der Filmemacher Wim Wenders hatte erst vor kurzem angekündigt, einen Film über die Wuppertaler Tanztheater-Chefin zu machen. Das Projekt kam nicht mehr über die Planungsphase hinaus.

Von den traurigen Ereignissen überholt wurde am Dienstag auch der Deutsche Bühnenverein, der Pina Bausch just am Tag ihres Todes von dem Anfang Juni gefassten Beschluss in Kenntnis setzen wollte, ihr den Deutschen Theaterpreis „Faust” zu überreichen. Die Auszeichnung für ihr Lebenswerk wird nun postum am 28. November in Mainz verliehen und soll eine Hommage an ihre künstlerische Arbeit werden. MaS

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