Neues Harry-Potter-Buch kommt Samstag in die Läden

Renate Herre, Geschäftsführerin des Hamburger Carlsen Verlags, mit dem neuen Band „Harry Potter und das verwunschene Kind“.
Renate Herre, Geschäftsführerin des Hamburger Carlsen Verlags, mit dem neuen Band „Harry Potter und das verwunschene Kind“.
Foto: dpa
  • Das neue Harry Potter Buch startet in Deutschland mit einer Auflage von 800 000 Exemplaren
  • Diese Zahl deckt die Vorbestellungen ab, weitere 100 000 Bücher sind im Druck
  • „Harry Potter und das verwunschene Kind“ wird damit zum Umsatzmotor für den Buchhandel

Hagen.. Das Weihnachtsgeschäft ist gelaufen, der Buchhandel freut sich. Mit einer Auflage von 800.000 Exemplaren startet am Samstag der Verkauf von „Harry Potter und das verwunschene Kind“. Damit sind die Vorbestellungen abgedeckt. „Ein Nachdruck weiterer 100 .000 Bücher ist bereits in Arbeit“, so Katrin Hogrebe, die Sprecherin des Hamburger Carlsen-Verlages. Allein die Summe der Vorbestellungen katapultiert den neuen Harry Potter auf Platz 1 aller Bestsellerlisten.

Schon das englische Original „Harry Potter and the Cursed Child“ ist im Sommer in Deutschland in sechsstelliger Auflage über die Ladentische gegangen. Der britische Buchhandel hat im August sogar 14,5 Prozent Umsatz zugelegt, der Titel verkaufte sich auf der Insel bislang 1,2 Millionen Mal, wie das „Börsenblatt“ meldet.

Theaterstück, kein Roman

Dabei handelt es sich bei „HP8“ gar nicht um einen Roman, sondern um das Skript eines Theaterstücks. Und Theaterstücke laufen eigentlich nicht gut. Denn sie bestehen nicht aus atmosphärischen Beschreibungen und spannender Handlung, sondern aus Dialogen mit Regieanweisungen, wie sich jeder erinnert, der in der Schule Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“ studieren musste.

Tatsächlich sind Dialoge in der Belletristik sogar auf dem Rückzug, sie werden den Lesern zu anstrengend. Das ist ein Trend, der sich vor allem im Kinderbuch beobachten lässt, das immer ein zuverlässiger Indikator für Lesekompetenz ist. Zehn Jahre ist heute ein Lesealter mit niedrigerer Lesekompetenz als früher. Deshalb muss die Sprache einfacher werden.

Doch „Harry Potter and the Cursed Child“ ist bereits vor dem Start der deutschen Übersetzung das meistverkaufte Bühnenstück, seit entsprechende Statistiken geführt werden, so die britische Zeitung „Independent“. Im Vergleich dazu hat es Shakespeares „Romeo and Juliet“ seit der Neuausgabe 1998 nur auf 127. 726 verkaufte Exemplare gebracht.

Kopfkino im Einsatz

Alleine der Name Harry Potter versetzt die Fans neun Jahre nach dem Erscheinen des letzten Bandes „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ in Aufruhr. Und viele sind für den Zauberlehrling einfach zu allem bereit, auch dazu, ein Theaterskript zu lesen. Denn darin steht, wie es weitergeht, nachdem Harry und seine Freunde den schwarzen Magier Voldemort endgültig besiegt haben.

Da wir an dieser Stelle nichts verraten wollen, nur soviel: Es gibt ein Wiedersehen auch mit Hermine, die Zaubereiministerin geworden ist und damit Harrys Chefin, und mit Ron und Ginny, Harrys Frau, die jetzt als Sportreporterin arbeitet. Vor der Geburt ihrer Kinder war sie als Quidditch-Profispielerin international unterwegs. Und weil Joanne K. Rowling eine Meisterin komplexer Handlungsstrukturen ist, spielt der Zeitumkehrer wieder eine Rolle. Es dauert ein wenig, bis man sich an die Dialoge gewöhnt hat, aber dann übernimmt das Kopfkino die Aufgabe, die Figuren in eine eigene Welt zu setzen.

Viele Buchhändler lassen sich in der Erinnerung an die glorreiche Pottermania früherer Harry-Erstverkaufstage auch für den Samstag etwas einfallen. So öffnet zum Beispiel die Thalia-Filiale in Iserlohn am Freitag um 23 Uhr, um mit den Fans gemeinsam auf den Verkaufsstart um ein Uhr früh zu warten. Und die Thalia-Filiale Hagen bietet einen Malwettbewerb an.

Der Buchhandel hat noch einen weiteren Grund, auf ein Jahr mit schönen schwarzen Zahlen zu hoffen. Denn am Montag kommt zudem der neue Roman von Cornelia Funke in den Handel, „Die Feder eines Greifs“. Damit wird das Jugendbuch einmal mehr zum Umsatzmotor der ganzen Branche.

 
 

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