Nahrhaft ohne Schokolade - Kinder- und Jugendbücher fürs Osternest

Was liest Du? Jedenfalls was Gutes, wenn er unseren Redaktionstipps gefolgt ist.
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Foto: Thinkstock
Gute Kinder- und Jugendbücher erzählen vom Leben und haben trotzdem Fantasie. Sie greifen Probleme auf und lassen trotzdem keinen Zeigefinger zu. Wir haben ein paar Neuerscheinungen ausgewählt - nicht nur als Geschenk zu Ostern sind sie eine Empfehlung.

Essen. Gesucht – und gefunden: Aktuelle Bücher, die junge Leser an den Feiertagen gerne entdecken.

Ab 14

Wie in seinem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Buch: „Sieben Minuten nach Mitternacht“ geht es auch in der neuen Geschichte von Patrick Ness um die Fragen: Was ist Fantasie und was Wirklichkeit? Wann lohnt es sich zu kämpfen und wann loszulassen? „Mehr als das“ (cbt, 509 S., 17,99 €) beginnt mit dem Tod des 16-jährigen Seth, der im Meer ertrinkt – und vor dem Haus seiner Kindheit erwacht. Doch kein Mensch ist zu sehen, die Reifen der Autos sind platt, alles liegt unter einer dicken Staubschicht. Ist das die Hölle? Oder das Leben nach dem Tod? Langsam kommt Seth auf die Spur des Geheimnisses.

Die Geschichte erinnert an Filme wie „Matrix“ oder „Vergiss mein nicht!“. Aber das Buch ist nicht nur spannende Science-Fiction, es macht zugleich Mut. So erinnert sich Seth am Ende an die Haltung einer Freundin: „Das wirkliche Leben ist . . . schwierig und chaotisch. Was es bedeutet, hängt davon ab, wie du es betrachtest.“

Ab 12

Und auch so bitterkalt“ lautet nicht nur der Titel des ersten Romans von Lara Schützsack (Fischer KJB, 175 S., 14,99 €), sondern ebenso eine bekannte Liedzeile zu „Hänsel und Gretel“. Während in dem Märchen die Eltern die Kinder loswerden wollen, tun sie in diesem Roman viel, um sie zu halten. Doch Lucinda verlieren sie trotzdem – und sie verliert sich selbst. Denn das Mädchen ist magersüchtig. Schützsack erzählt aus der Sicht der jüngeren Schwester: Malina vergöttert Lucinda, die so stark ist und schwach zugleich: „Ihre Beine zerbrechliche Streichhölzer in zu großen Stiefeln“. Einfühlsam erzählt die Autorin, die auch das Drehbuch für den Kinofilm „Draußen ist Sommer“ geschrieben hat. Dabei will sie nicht belehren, sie zeigt vielmehr, wie unfassbar sich das Leben für Jugendliche anfühlen kann und wie sich die ganze Familie durch eine Sucht verändert. Ein intensives Buch, das sehr berührt und mit Bedacht verschenkt werden sollte. Nicht umsonst empfehlen manche Buchhändler diesen Roman erst ab 14.

Ab 10

Wie stark Freundschaft sein kann, zeigt die Norwegerin Synne Lea in ihrem Roman „Leo und das ganze Glück“ (Oetinger, 192 S., 12,95 €). Mei und Leo sind Nachbarskinder. Eigentlich könnte Mei, die das Leben mit allen Sinnen wahrnimmt, glücklich sein. Aber etwas hindert sie daran: Jeden Abend hilft sie Leo, der ein verkürztes Bein hat, aus dem Kellerfenster, damit er sich im Wald versteckt. Denn Leos Vater ist anders als ihr Vater. Er verscheucht das Lächeln auf Leos Gesicht.

Synne Lea hat ein warmherziges Buch geschrieben, das zu Herzen geht. Mit der schwierigen Beziehung zu Leos Vater erzeugt sie Spannung, ohne einen simpel gestrickten Bösewicht erfinden zu müssen. Leos Vater ist ein Mann mit psychischen Problemen, wie er in jeder Nachbarschaft vorkommen könnte. Maike Dörries hat die Geschichte ins Deutsche übersetzt. Das sind wunderschöne Sätze, die das Kopfkino anschalten: „Vor uns spazieren unsere Schatten, glänzend und lang. ,Siehst du, Mei, wie unsere Schatten gewachsen sind!’“ Zu Recht ist dieses Buch kürzlich für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert worden.

Ab 6

Oliver Scherz, der Autor der wunderbaren Vorlesegeschichten über den kleinen „Ben“ und seine Schildkröte, hat einen Abenteuerroman für Jungen und Mädchen geschrieben: „Wir sind nachher wieder da, wir müssen kurz nach Afrika“ (Thienemann, 111 S., 12,99 €). Das sind die Worte, die die Geschwister Marie (5) und Joscha (7) ihren Eltern auf einem Zettel hinterlassen, bevor sie sich mit einem Elefanten auf den Weg machen. Der graue Riese ist aus dem Zoo ausgebrochen, um seine Familie zu finden. Auf seinem Rücken überwinden die Kinder Berge und das Meer, zeigen Bär und Krake die Stirn. Am Ende landen sie wieder wohlbehalten in ihren Bettenburgen, während die Schatten an der Wand neue Geschichten für die nächste Nacht versprechen. Das Buch ist nicht ganz so überzeugend wie der Vorgänger, aber trotzdem eine witzige, fantasiereiche Gedankenreise, zu der auch die humorvollen Bilder von Barbara Scholz einladen.

Ab 5

Wenn sich das Leben anfühlt, als ob es Nägel vom Himmel regnen würde, hilft nur noch die Fantasie, den trüben Gedanken zu entfliehen. Anna nimmt ihren Vater mit, gemeinsam genießen sie einen Tagtraum. „Annas Himmel“ (Hanser, 48 S., 14,90 €) heißt Stian Holes neues Bilderbuch über Abschied und Neuanfang. Wie bei Holes viel gelobter Geschichte „Garmans Sommer“ bestaunen Kinder auch in diesem Buch die traumschönen Collagen.

 
 

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