Musikalische Botschafter des Sauerlandes auf Japantournee

Monika Willer
Westfalen Winds ist ein Auswahl-Orchester mit Heimat in bad Fredeburg. Die Musiker gehen jetzt auf Japan-Tournee.
Westfalen Winds ist ein Auswahl-Orchester mit Heimat in bad Fredeburg. Die Musiker gehen jetzt auf Japan-Tournee.
Foto: privat
Das Sinfonische Blasorchester Westfalen Winds startet seine erste Japantournee. In dem Orchester spielen Profis an der Seite von ambitionierten Laien.

Bad Fredeburg. Musikalische Botschafter aus Südwestfalen sind ab Samstag für zehn Tage in Japan auf Konzertreise. Das sinfonische Blasorchester Westfalen Winds besucht sein Partnerorchester, die Omiya City Community Band im Großraum Tokio. Das Goethe-Institut fördert das klingende Freundschaftsprojekt.

Westfalen Winds ist ein Auswahlorchester, das 1996 mit Unterstützung der Musikschule HSK gegründet wurde. Hier spielen Profis neben ambitionierten Laien, und es ist bezeichnend für den Anspruch und den Teamgeist, dass die Musiker selbst dann noch dem Ensemble verbunden bleiben, wenn sie das Sauerland nach dem Abitur verlassen haben.

Orchester finanziert sich selbst

Es gibt Instrumentalisten, die reisen sogar aus Berlin zu den Proben in der Akademie Bad Fredeburg an, wo sich das Orchester mindestens vier Mal im Jahr trifft. Die Altersstruktur liegt zwischen 15 und 50 Jahren. Westfalen Winds finanziert sich selbst durch Mitgliedsbeiträge und Spenden.

„Unsere japanische Trompeterin Yukari Kaneko hat den persönlichen Kontakt zur Omiya City Community Band vermittelt“, schildert Dirigent Ulrich Schmidt, in Bad Fredeburg aufgewachsen und heute Musiklehrer in Syke bei Bremen. „Seit vier Jahren bereiten wir uns auf diese Reise vor. Neben den Konzerten suchen wir den kulturellen Austausch auch auf pädagogischer Ebene bei einem Workshop in der Fudouoka Highschool.“

Sinfonische Blasorchester unterscheiden sich durch ihre erweiterte Besetzung von Musikvereinen. So gibt es Oboen und Fagotte und in der Regel einen großen Schlagzeugapparat. Diese Weiterentwicklung der früheren Marschkapellen ist ein Kind des 20. Jahrhunderts. Entsprechend existieren nicht viele originale Partituren.

Kultureller Austausch

Unter dem Aspekt der Literatur steht folglich der Austausch. Schmidt: „Was kann man aus Deutschland als Blasorchester nach Asien mitbringen? Meine Idee war, Komponisten vorzustellen, die Originalwerke geschrieben haben.“ So zeigen die Bad Fredeburger mit Mendelssohns „Ouvertüre für Harmoniemusik“ zunächst einmal, wie sich die Blasorchester aus den Harmoniemusiken entwickelt haben.

Dann gibt es mit „Das Lied, das Gottesmädchen singen“ eine Verneigung vor dem japanischen Komponisten Hiroshi Ohguri. Schließlich steht die „Traum Maschine“ von Thiemo Kraas auf dem Programm. Der Arnsberger hat für Westfalen Winds bereits mehrere Stücke geschrieben, unter anderem „Spiegel der Seele“, mit dem das Ensemble bei der Brass-Weltmeisterschaft in Kerkrade eine hervorragende Wertung erspielte.

Die Konzertreise soll nicht folgenlos bleiben. Ulrich Schmidt: „2016 erwarten wir den Gegenbesuch des japanischen Partnerorchesters.“ www.westfalen-winds.de