Verträumte Reise in die Klangwelten von Schiller

Das Musik-Projekt Schiller in der Bochumer Jahrhunderthalle.
Das Musik-Projekt Schiller in der Bochumer Jahrhunderthalle.

Bochum.. Der Elektro-Musiker Christopher von Deylen alias Schiller gastierte in der Bochumer Jahrhunderthalle und entführte über 1500 Zuschauer in seine „Klangwelten – Elektronik Pur“.

Es beginnt ganz sanft mit einem hallenden Tropfen. Ein Licht zuckt im Takt zum Klang. Langsam und leise erklingt eine Tonfolge und die Bühne kommt zum Vorschein. Die bunten Farben der Scheinwerfer scheinen zu hüpfen, gar mit der Melodie zu verschmelzen und schließt man die Augen, so beginnt die Reise in eine traumhafte Phantasiewelt. Am Sonntag gastierte der Elektro-Musiker Christopher von Deylen alias Schiller in der Bochumer Jahrhunderthalle und entführte über 1500 Zuschauer in dem ausverkauften Industriedenkmal in seine „Klangwelten – Elektronik Pur“, eine musikalische Entdeckungsreise durch elf Jahre Schiller.

Der Soundvisionär setzt auf Minimalismus

Mit „Elektronik Pur“ präsentiert Schiller seine Musik quasi unplugged – minimal. Der Soundvisionär aus Hamburg nimmt sich und seinen Sound zurück, bietet Platz zum Träumen und schafft eine musikalisch untermalte Lichtsinfonie, die dem Klang einen Raum gibt.

Flankiert von Cliff Hewitt (E-Drums), Christian Kretschmar (Synthesizer und Sequenzer) und Ralf Gustke (elektronische Percussion) steht Schiller im hinteren Bereich der Bühne, ganz in schwarz gekleidet. Das Publikum soll nicht abgelenkt werden, soll die Möglichkeit bekommen, in eine andere Sphäre zu versinken. So geleitet von Deylen die Zuhörer mit in seine Klangwelt, in der Licht und Rhythmus eine Einheit bilden, in der die Melodie den Takt angibt und sich die Bässe der Kulturkathedrale unterwerfen. Das begeisterte Publikum gibt sich der Sehnsucht hin und beginnt, zu träumen.

Tüftler auf der Suche nach dem perfekten Sound

Schiller schafft eine Umgebung, in der martialisch klingende Trommeln auf den Gesang von Sirenen treffen. Sehnsucht macht sich breit. Sehnsucht, die der Musiker selbst als „positive Unvollkommenheit“ beschreibt. Seine Stücke heißen „Fernweh“, „Sommerregen“ und „La Mer“ und spätestens bei „Ein schöner Tag“ ist das Publikum verzaubert von den Klängen der Tonkünstler.

Von Deylen spielt dabei gar nicht so gerne live vor Zuschauern (Interview mit Schiller). Der Elektro-Professor tüftelt lieber im Studio, auf der Suche nach der perfekten Klangwirkung. Allerdings probiert er seinen Sound vor Publikum aus, um das direkte Feedback der Menschen zu bekommen – und das fiel in Bochum am Sonntag zum größten Teil positiv aus. Zwar kamen einige Besucher nach der halbstündigen Pause nicht zurück auf ihre Plätze, doch die Mehrheit des Publikums feierte die Musiker nach netto gespielten 110 Minuten und zwei Zugaben.

So schnell Schiller die Bochumer Jahrhunderthalle in eine Phantasiewelt verwandelt hat, so schnell war das Konzert auch wieder vorbei. Am Ende bleibt das Gefühl eines schönen Traumes, aus dem man zu schnell wieder aufgewacht ist.

 
 

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