Tina Turner - Comeback im Minirock

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Köln. Nach gut acht Jahren tritt Tina Turner erstmals wieder in Deutschland auf. Den Auftakt ihrer Europatournee feiert die 69-Jährige in Köln. Insgesamt wird die Sängerin bis Ende Februar 16 Konzerte in Deutschland geben - alle im Minikleid.

Ohne Minirock geht es nicht. «Die Leute wollen immer Tina Turners Beine sehen - meine Güte!», staunt die 69-jährige Rockröhre. Wenn die «Queen of Rock'n'Roll» am Mittwoch (14. Januar) in Köln nach gut acht Jahren Pause erstmals wieder ein Konzert in Deutschland gibt und damit zugleich den Auftakt ihrer Europatournee feiert, wird sie ihren Fans den Wunsch erfüllen: Minikleider - mal knallrot, mal braun glitzernd - ließ sich die achtfache Grammy-Gewinnerin unter anderem von Stardesigner Giorgio Armani auf den Leib schneidern. Dazu die typische Mähne, High Heels, die unverwechselbare Stimme und eine verblüffende Figur: Ein wenig wird es so sein, als sei die Zeit stehen geblieben.

Die Nachfrage nach Karten für Tina Turners Comeback war nach Angaben der Konzertagentur Peter Rieger enorm und die Zahl der geplanten Auftritte stieg: 16 Konzerte in den Städten Köln, Berlin, Hamburg, Hannover, Mannheim und München wird die US-Amerikanerin nun bis Ende Februar in Deutschland geben. Alle seien innerhalb weniger Wochen ausverkauft gewesen, berichtet ein Sprecher. Nur wenige Restkarten aus dem Künstlerkontingent seien kürzlich noch einmal in den Verkauf gegeben worden.

Hits aus fünf Jahrzehnten

Tina Turner will die größten Hits aus ihrer inzwischen fünf Jahrzehnte währenden Karriere präsentieren: «Notbush City Limits», «What's Love Got to Do With It», «We Don't Need Another Hero, »The Best« oder »Goldeneye« zählen dazu. «Es ist Rock'n'Roll, aber wir haben diesmal auch ein bisschen mehr Entertainment hinzugefügt», sagt Tina Turner über die Bühnenshow, die sie am 1. Oktober erstmals in den USA in Kansas City präsentierte. Dort wirbelte die Künstlerin nicht nur umgeben von Backgroundtänzerinnen über die Bühne, sondern zeigte sich auch mehrfach hoch über den Köpfen der Zuschauer.

Eigentlich hatte sich Tina Turner, die im November 70 wird, bereits 2000 mit einer Welttournee von ihren Fans verabschiedet. Auch wenn sie heute betont, dass sie seitdem die Ruhe in ihren Häusern in der Schweiz und Südfrankreich genossen habe und den Luxus, endlich einmal nicht mehr ständig in Hotels übernachten zu müssen - im Ruhestand hielt es sie nicht lange. 2004 schon erschien ihr Greatest-Hits-Album («All The Best») mit drei neuen Songs.

Schon als Teenager träumte sie von einer Karriere als Musikerin

Im Mai 2007 trat Tina Turner nach siebenjähriger Bühnenabstinenz bei einer Benefizveranstaltung für Kinder im Naturkundemuseum in London auf - und sorgte damit bereits für Spekulationen über ein mögliches Comeback. Bis es dazu kam, war aber noch etwas Überredungskunst nötig. So habe ihr etwa der Hinweis der Leinwanddiva Sophia Loren, «Die Leute wollen dich sehen. Geh wieder an die Arbeit», zu denken gegeben, berichtete Turner in der Talkshow von Oprah Winfrey. Als sie im Februar 2008 bei den Grammy Awards gemeinsam mit Kollegin Beyoncé einen furiosen Auftritt hinlegte, seien die Reaktionen so «überwältigend» gewesen, dass sie ihren Manager anrief und ihm verkündete: «Es ist an der Zeit!»

Daheim in Zürich hätten die Leute sie nach den Grammys überall angesprochen: "Sie kamen zu mir im Restaurant, auf der Toilette, auf der Straße. Ich bekam kleine Zettel und Servietten mit Botschaften von ihnen», erinnerte sich Turner.

Mit rund 170 Millionen verkaufter Alben ist sie eine der erfolgreichsten Sängerinnen aller Zeiten. Schon als Teenager träumte Anna Mae Bullock, wie sie eigentlich heißt, aus Nutbush in Tennessee von einer Karriere als Musikerin. In der Clubszene von St. Louis traf sie 1958 Ike Turner, der sie in seine Blues-Band »Kings of Rhythm« holte und zur Hauptsängerin machte. 1960 landete die Gruppe mit »Fool in Love« ihren ersten großen Hit. Ike gab der acht Jahre jüngeren Anna Mae den Künstlernamen Tina und heiratete sie.

1984 begründete Tina Turner ihre Solokarriere

Aus musikalischer Sicht lief alles perfekt. Mit ihrer »Ike and Tina Turner Revue« und Hits wie »River Deep Mountain High« wurden sie zu Stars. Hinter den Kulissen aber sah es anders aus: Tina Turner beschrieb ihre Ehe später als Qual, Ike als herrschsüchtigen, drogenabhängigen Tyrannen, der sie immer wieder verprügelte. 1976 floh sie aus der Ehe. Als Ike im Dezember 2007 starb, sprach ihre Reaktion Bände: Sie habe davon gehört, einen weiteren Kommentar werde es nicht geben, hieß es.

Nach der Trennung von Ike hielt sich Tina Turner zunächst mit Auftritten in kleinen Clubs über Wasser. 1984 veröffentlichte die inzwischen 45-jährige Sängerin das Soloalbum »Private Dancer« - und begründete damit ihre große Solokarriere.

Tina Turners Europatournee endet am 12. April in Dublin. (ddp)

Informationen zur Tour: http://www.prk.net/

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