Rammstein landet auf dem Index

Berlin. "Liebe ist für alle da" lautet der blumige Titel ihrer CD. Dennoch ist das Werk von Rammstein auf dem Index gelandet. Der Grund: Die Band animiere auf dem Album zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr und Sado-Maso-Praktiken, hieß es. Die Musiker äußerten sich dazu laut Medienbericht bestürzt.

Die Musiker der Rockband Rammstein sind nach eigenen Angaben «bestürzt» über den Bann ihres Albums «Liebe ist für alle da». Darauf sei «nichts Missverständlicheres als auf anderen Rammstein-Platten», sagte Keyboarder Christian «Flake» Lorenz der Zeitung «Bild am Sonntag». Die Musik der Band richtig einzuordnen, «sollte man eigentlich jedem Menschen mit einem Minimum an Verstand und Reflexionsvermögen zutrauen», fügte er hinzu.

Am Freitag wurde bekannt, dass die derzeitige Nummer eins der deutschen Album-Charts von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index gesetzt wurde. Ab Mitte kommender Woche darf die neue Rammstein-CD nicht mehr an Minderjährige verkauft und auch nicht frei zugänglich ausgestellt oder beworben werden. Zur Begründung hieß es, die Band animiere auf dem Album zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr und verbreite gefährdende Sado-Maso-Praktiken.

Lorenz warf dem Gremium «kleinbürgerliches Kunstverständnis» und einen Eingriff in die Bürgerrechte vor. Der Musiker, einst Mitglied der DDR-Punkband Feeling B, sagte der Zeitung: «Wenn Meinungsfreiheit in der BRD bedeutet, dass Nazis unbehelligt 'Ausländer raus' brüllen dürfen, unsere Platte hingegen aus dem Verkehr gezogen wird, sind wir nicht viel weitergekommen.» (afp)

 
 

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