Midwest Music Festival in Neuss – Party-Stimmung im Schlamm

Mit Regencapes waren diese Besucher des Midwest Music Festival auf der Galopprennbahn in Neuss bestens ausgestattet. Trotz 13 Stunden Dauerregens ließen sich die Freunde elektronischer Musik die Party-Stimmung bei DJs wie Tiesto, Martin Solveig, Sebastian Ingrosso und Fedde le Grand nicht vermiesen. (Foto: Ingmar Kreienbrink)
Mit Regencapes waren diese Besucher des Midwest Music Festival auf der Galopprennbahn in Neuss bestens ausgestattet. Trotz 13 Stunden Dauerregens ließen sich die Freunde elektronischer Musik die Party-Stimmung bei DJs wie Tiesto, Martin Solveig, Sebastian Ingrosso und Fedde le Grand nicht vermiesen. (Foto: Ingmar Kreienbrink)
Trotz 13 Stunden Dauerregens waren die rund 3000 Besucher vom Midwest Music Festival auf der Galopprennbahn in Neuss begeistert. Weltstars wie Tiesto, Sebastian Ingrosso und Martin Solveig legten starke Auftritte hin. Da war der Schlamm an den Füßen schnell vergessen.

Neuss. Sexy, schrill, stylisch – das Standard-Outfit bei Techno-Veranstaltungen war am Sonntag beim Midwest Music Festival auf der Galopprennbahn in Neuss tabu. Stattdessen ging es darum, wer die schönsten Gummistiefel und das beste Regencape erwischt hatte. Während der gesamten Veranstaltung goss es bei herbstlichen 12 Grad dreizehn Stunden in Strömen, so dass sich der Rasen vor der Bühne in eine Schlammwiese verwandelt hatte. So kamen auch nur gut 3000 Besucher statt der erwarteten 10.000 Gäste nach Neuss.

Dabei hatte der Veranstalter ConcertTeam NRW aus Düsseldorf beim Midwest Music Festival ein Line up aufgeboten, wie es bislang selten in Deutschland gegeben hat. Tiesto, Sebastian Ingrosso (Swedish House Mafia), Martin Solveig, Fedde le Grand, Dirty South und Mark Knight gehören derzeit zu den besten DJs weltweit und haben großen Anteil an der Entwicklung der elektronischen Musik-Szene.

Ein Euro pro Eintrittskarte für Loveparade-Opfer

Dass am Sonntag rund 50 Kilometer weiter Tausende Menschen um die Opfer der Loveparade-Katastrophe trauerten, spielte beim Midwest Music Festival in Neuss kaum eine Rolle. Im Vorfeld hatte der Veranstalter angekündigt, dass ein Euro pro Eintrittskarte den Opfern der Tragödie zugute kommt. Allerdings sei der 24. Juli, der einzige Termin gewesen, an dem man den Headliner Tiesto für einen seiner seltenen Auftritte in Deutschland buchen konnte. „Ich kann durchaus verstehen, wenn jemand darauf sensibel reagiert“, so ConcertTeam-Chef Bernie Lewkowicz im DerWesten-Gespräch.

Deutlich sichtbar waren die drastischen Sicherheitsvorkehrungen beim Midwest Music Festival in Neuss. Der Zuschauerraum vor der Bühne wurde mit Gittern in zwei Bereiche geteilt, und die zahlreichen Ordnern achteten darauf, dass es zu keinem Gedränge kommen konnte. Allerdings hätten auf dem weitläufigen Gelände mindestens Hunderttausend Menschen Platz gehabt, so dass das Gefahrenpotenzial äußerst gering war.

Martin Solveig begrüßte Neuss mit „Hello Düsseldorf“

Die gut 3000 Besucher ließen sich die Stimmung vom schlechten Wetter allerdings nicht vermiesen. Damit es einem erst gar nicht kalt werden konnte, wurde getanzt, gehüpft und gejubelt. Einen starken Auftritt legte der Franzose Martin Solveig hin – auch wenn er seine Fans in Neuss erst einmal mit den Worten „Hello Düsseldorf“ begrüßte.

Umjubelt waren die House-Sets des Australiers Dirty South und des Niederländers Fedde le Grand. Als letzterer „Sky and Sand“ von Paul Kalkbrenner spielte, war der Schlamm an den Füßen für einen Moment vergessen und die durchnässten Besucher träumten von 25 Grad und Sonne.

Sebastian Ingrosso und Tiesto begeisterten

Der kurzfristig gebuchte Schwede Sebastian Ingrosso (gehört zur Swedish House Mafia) brachte die Menge schließlich zum Toben. Er spielte eine Stunde lang fast nur selbst produzierte Songs oder Remixe. Teilweise mischte der brillante DJ drei Songs ineinander und überraschte mit eingespielten Vocals wie „Losing My Religion“ von R.E.M.

Ehre wem Ehre gebührt dachten sich die Veranstalter vor dem Auftritt des Headliners. So bekam der Niederländer Tiesto nicht nur ein eigenes Intro vor seinem Auftritt, sondern auch Pyro-Effekte, die auf seinen Sound abgestimmt waren. Zwei Stunden begeisterte Tiesto die Trance-Fans mit einer Mischung aus aktuellen Stücken und seinen größten Hits. Wenn um Punkt 23 Uhr nicht Schluss gewesen wäre, hätten die Besucher wohl noch viele Stunden weiter gejubelt und getanzt.

Positive Reaktionen im Netz auf das Midwest Music Festival

Auf der Facebook-Seite des Midwest Music Festival gab es durchweg positive Reaktionen auf die Party. Sebastian Poos postet dort „Sehr geiles Festival. Lob an die Veranstalter. Trotz des sch… Regens hat es gerockt und gefetzt.“ Martin Verholen trifft die Trotz-Stimmung bei den Besuchern: „Ein haha an alle, die wegen dem Wetter zuhause geblieben sind! Leute, es war der absolute Wahnsinn“.

Etwas schade war es allerdings, um die zweite Bühne, die am anderen Ende des Festivalgeländes ziemlich verloren wirkte. Auch dort legten Hochkaräter wie Thomas Gold auf, aber maximal 30 Besucher wollten den Sound hören, so dass dort die Musik schon früher als geplant abgestellt wurde.

 

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