Eurovision Song Contest kommt nach Düsseldorf

Die Siegerin des  Eurovision Song Contest  Lena Meyer-Landrut verteidigt ihren Titel in Düsseldorf. Foto: ddp
Die Siegerin des Eurovision Song Contest Lena Meyer-Landrut verteidigt ihren Titel in Düsseldorf. Foto: ddp
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Düsseldorf.. Lena Meyer-Landrut singt in Düsseldorf. Nach Informationen der WAZ-Mediengruppe hat die NRW-Landeshauptstadt den Zuschlag für das Spektakel am 14. Mai 2011 erhalten.

Lena kommt nach Düsseldorf. Im Mai 2011. Denn wie die WAZ-Mediengruppe am Donnerstag erfuhr, hat die Landeshauptstadt den Zuschlag für den „Eurovision Song Contest“ erhalten. Das Finale des internationalen Medienspektakels wird am 14. Mai 2011 in der Esprit-Arena ausgetragen, die beiden Halbfinales sind für den 10. und 12. Mai geplant.

Bereits am Mittwochnachmittag hatte Fortuna Düsseldorf offiziell erklärt, dass die DFL, die Vermarktungsgesellschaft der Fußball-Profiklubs, einem Umzug des Zweitliga-Vereins für die letzten drei Meisterschaftsspiele im Mai 2011 zugestimmt hat. Während die ARD die Arena für den internationalen Song-Event aufhübscht, spielt die Fortuna im Paul-Janes-Stadion am Flinger Broich.

Obwohl NDR-Sprecherin Iris Benz gestern noch vehement dementierte, dass sich die ARD für Düsseldorf entschieden habe, sickerten weitere Einzelheiten aus TV-Kreisen durch.

Sechs Wochen für Aufbau und Proben

In Berlin, dem Lieblings-Austragungsort von Lena und letztem Konkurrenten von Düsseldorf habe man keine geeignete Halle vorweisen können. Die dortige Arena sei belegt, den Plan, eine Leichtbauhalle für das Event aufzublasen, konnten die Veranstalter nur abblasen. Erinnerungen an die Katastrophe bei der Loveparade kamen auf, da das Projekt noch nicht getestet wurde und bisher nur als Computeranimation funktioniert. Am ehemaligen Flughafen Tempelhof wurde zudem un­längst eine Techno-Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abgebrochen.

Hamburg schied mit seiner Arena aus, weil sie nicht sechs Wochen lang freizuhalten ist. Konzerttermine stehen, und die Freezers spielen womöglich in der Playoff-Runde Eishockey. Sechs Wo­chen aber benötigen die Veranstalter für den technisch aufwändigen Aufbau, für Proben und Vorentscheidungen.

Logistisch punktete Düsseldorf in jeder Hinsicht. In der Arena finden 51 000 Menschen Platz. Die Stadt bietet 23 000 Hotelbetten, dazu etwa 2000 im Umland und Hotelschiffe auf dem Rhein, die bei Messen bereits mit großem Erfolg im Einsatz sind. Der Flughafen ist fast in Sichtweite zur Arena, und eine Leichtathletikhalle gleich nebenan lässt sich perfekt als Pressezentrum für die 1500 Journalisten um­rüsten. Schon zur Fußball-WM 2006 hatte man die Topnote bei der Bewerbung um das Medienzentrum be­kom­men. Doch daraus wurde nichts, weil Düsseldorf als Spielort gestrichen wurde.

Symbolische Miete von einem Euro

Und: Düsseldorf kostet den NDR im Grunde nichts. Zwar frisst die Arena Jahr für Jahr Geld, doch als schuldenfreie Stadt kann man es sich leichter erlauben, den Bau für die symbolische Miete von einem Euro zu vermieten.

Ohnehin war die Stadt bereit, tief in die Tasche zu greifen. Beim Eurovision Song Contest werden die Kosten zwischen Ausrichter und Sender in der Regel geteilt. In Norwegen 2010 kostete das Spektakel rund 25 Millionen Euro.

Die Arena muss ihr Gesicht verändern. Die Werbung wird abgehängt, Business-Seat- und Logenbesitzer, die Jahrestickets haben, müssen entschädigt werden. Zudem ist die Stadt in der Pflicht, das Paul-Janes-Stadion für einen mutmaßlich siebenstelligen Be­trag auszubauen, um es für Zweitligaansprüche tauglich zu machen.

Kein Kommentar aus der Landeshauptstadt

Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) hatte die Bewerbung für den Contest zur Chefsache erklärt, einen eigenen Stab mit dem Thema betraut und sich stets optimistisch gezeigt. Eine Delegation von Fachleuten habe sich ausgesprochen beeindruckt gezeigt von den technischen Möglichkeiten, die in der gewaltigen Schüssel am Rhein zur Verfügung stehen.

Vor der offiziellen Verkündung mag man sich in der Landeshauptstadt nicht mehr äußern. An Anrufen aus der gesamten Republik mangelte es am Donnerstag nicht. „Kein Kommentar“, antwortete Rathaussprecher Kai Schumacher.

Am Dienstag sollen die Intendanten bei der ARD klären, welcher Senderchef die frohe Botschaft für die NRW-Stadt verkünden darf – und wann.

 
 

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