"Editors" legen nach langer Auszeit gutes neues Album vor

Die rockigen Gitarrenriffs sind wieder da: Die Indie-Rock-Band Editors aus England ist zurück.
Die rockigen Gitarrenriffs sind wieder da: Die Indie-Rock-Band Editors aus England ist zurück.
Foto: Fremdbild
Die Editors, die Indie-Rock-Band aus Birmingham, waren nach drei Alben und lustlosem Werkeln am vierten frustriert und ausgebrannt. Jetzt drückten die Musiker den Reset-Knopf: Mit „The Weight of Your Love“ veröffentlichen sie nach vierjähriger Auszeit ihr neues Werk.

Essen.. Die neuen Editors: in vielem verändert, in vertrauter Weise brillant. „Wir haben dunkle Zeiten erlebt“, sagt Sänger und Songwriter Tom Smith. Das letzte Album aus 2009, „In This Light And On This Evening“, geriet arg düster und elektronisch. Für jene, die den treibenden Gitarrensound der Editors so liebten, war es eine Sonnenfinsternis.

„Ich bin stolz auf das Album. Ich würde es jedoch nicht wieder machen“, bekennt Smith. Im April 2012 ging Gitarrist Chris Urbanowicz. Ohne Herz, ohne Richtung habe man bis dahin an neuen Songs gearbeitet.

Neuer Beat, frische Luft

Mit Gitarrist Justin Lockey und Elliott Williams (Keyboard und Gitarre) kamen zwei Neue, „wie ein Atemzug frischer Luft“, sagt Bassist Russell Leetch. Der „Kick“ war der Auftritt am 1. Juli vergangenen Jahres beim Festival Rock Werchter in Belgien. Nun zu fünft, spielten die Editors erstmals vor großer Kulisse neue Songs. Sie kamen an. „Danach haben wir innerhalb von nur sieben Monaten das neue Album fertig gestellt“, sagt Smith.

Musikalisch ist „The Weight of Love“, das von Jacquire King (Kings of Leon) in Nashville produziert wurde, wieder eine Wendung der Editors. Die Synthesizer-Episode ist abgehakt, die rockigen Gitarrenriffs sind wieder da. „A Ton of Love“, die neue Single, klingt stellenweise ein wenig nach U2. Sie ist wie viele Stücke tanzbar. Manche der elf Songs sind fast Balladen. Und weg mit der Finsternis: Die Texte sind nicht mehr ganz so düster, handeln von Liebe, ohne „I-love-you-lovesongs“ zu sein.

Die neuen Editors, das ist der Beat von Drummer Ed Lay in „Sugar“ und „Hyena“. Die folkigen Elemente in „The Phone Book“. Die langsamen Versionen von „Nothing“ oder „Two Hearted Spider“. Die Violinen und Blechblasinstrumente. Die Bariton-Stimme von Tom Smith bleibt einzigartig in ihrer Kunst, Zuhörer niederzuringen. „You are a shiver“, singt er in „Bird of Prey“, dem letzten und wohl besten Song der Platte.

Was bitte war das für ein Stromstoß, der die Editors wieder ins Leben holte?

  • Live sind die Editors am Freitag, 21. Juni, zu sehen: Traumzeit, 19 Uhr, Landschaftspark Nord Duisburg.
 
 

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