Carlos Santana braucht Liebe und Gitarren

Carlos Santana begeisterte in Oberhausen. Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool
Carlos Santana begeisterte in Oberhausen. Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool
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Oberhausen. Verliebt, weise, virtuos – Gitarren-Großmeister Carlos Santana beglückte Donnerstagabend 7000 Menschen in der König-Pilsener-Arena mit einem ganz außergewöhnlichen Konzert.

Los geht’s ungewohnt hart: mit dem AC/DC-Knaller „Back In Black“. Das ist nur einer von vielen legendären Gitarren-Klassikern, die auf Santanas neuem Album „Guitar Heaven“ zu hören sind. Carlos Santana beim Konzert in Oberhausen – „Whole Lotta Love“ (Led Zeppelin) und „Sunshine Of Your Love“ (Cream) werden in den folgenden 135 Minuten noch zu hören sein. Schön ist’s im Gitarrenhimmel.

„Wir alle hier lieben es, euch glücklich zu machen“, sagt der 63-Jährige. Und: „Wenn Frauen glücklich sind, ist alles gut.“ „Maria Maria“ folgt - und Cindy, Santanas Black Magic Woman („BMW“), die er im Dezember auf Hawaii heiraten will.

Keine Drogen, keinen Guru, kein Bier und keinen Joint

Fast fünf Minuten lang überlässt der in Mexiko geborene US-Amerikaner der Jazz-Drummerin Cindy Blackman, Jahrgang 1959, die Bühne – für ein atemberaubendes Schlagzeug-Solo. Sternstunden in Oberhausen finden halt nicht nur im Gasometer statt.

Mit Familie auf Tour zu gehen scheint Santanas Leidenschaft. 2006 nahm er seinen Sohn mit nach Europa, die aktuelle „Universal Tone Tour“, die Ende September in Dublin startete, scheint für den schon zu Lebzeiten als Gitarrengott gefeierten Musiker eine Art vorgezogener Flitterwochen zu sein.

Seine Botschaft erläutert er selbst: Ganz im Sinne von Marvin Gaye, John Lennon oder Bob Marley wolle er die Menschen glücklich machen. Das höchste Glück auf Erden sei die Liebe. „Dazu braucht es keine Drogen, keinen Guru, kein Bier und keinen Joint.“

Instrumentenwechsel ohne Boxenstop

Der „Messias“, wie ihn viele Fans rufen, weiß, wovon er spricht. Davon zeugen nicht zuletzt die Clips auf der Videowand, die Santanas legendären Auftritt in Woodstock zeigen. Dass auf seinem T-Shirt ein Schwarzer (vermutlich Bob Marley) eine Tüte raucht, was soll’s.

„Oye Como Va“, „BMW“, Jingo, No One To Depend On, Smooth/ Dame Tu Amor – Hit auf Hit prägen das Konzert, des Mannes, der weltweit über 40 Millionen Alben verkauft und den Latin-Rock erfunden hat. Auch in Oberhausen entlockt Santana seinen Gitarren von Paul Smith (PRS) ungehörte Überleitungen und natürlich den bekannten, unverwechselbaren vollen Sound. Nicht immer reicht ein Instrument pro Stück, sodass ein Ständer her muss, damit es ohne Boxenstop geht.

Aber nicht allein Santana glänzt: Die zehn Musiker an seiner Seite sind allesamt Könner ihres Fachs. Andy Vargas und Tony Lindsay (Gesang), Dennis Chambers und Karl Perazzo (Percussion), Raul Rekow (Conga), David Mathews (Keyboard), Benny Rietveld (Bass), Tommy Anthony (Gitarre/Gesang), Jeff Cressmann (Posaune), Bill Ortiz (Trompete).

 
 

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