Bushido-Sieg vor Gericht - Song steht zu Unrecht auf dem Index

Bushido hatte mit einem Eilantrag vor Gericht gegen die Indizierung seines Songs "Stress ohne Grund" Erfolg.
Bushido hatte mit einem Eilantrag vor Gericht gegen die Indizierung seines Songs "Stress ohne Grund" Erfolg.
Foto: Imago
Skandal-Rapper Bushido hat mit einem Antrag vor dem Oberverwaltungsgericht NRW die Indizierung des Albums NWA und seines Songs "Stress ohne Grund" stoppen können.

Münster.. Der Rapper Bushido hat vor Gericht einen Erfolg gegen die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien erzielt. Das Oberverwaltungsgericht NRW gab einem Antrag gegen die Indizierung des Albums NWA von Rapper Shindy statt, auf dem der Bushido-Song "Stress ohne Grund" enthalten ist. Auch das Musikvideo "Stress ohne Grund" stehe zu Unrecht auf dem Index.

Kunstgehalt von "Bushido-Song" nicht hinreichend ermittelt

Nach Ansicht des Senats sind die Indizierungs-Entscheidungen rechtswidrig, weil der Kunstgehalt des Tonträgers sowie des Videos nicht hinreichend ermittelt worden sei.

In der Begründung der Bundesprüfstelle hieß es im Juli 2013: „Der Text wirke verrohend, reize zu Gewalt an und diskriminiere Frauen sowie Homosexuelle“. Der Song "Stress ohne Grund" enthält Tötungs- und Gewaltfantasien sowie schwulenfeindliche Parolen. Namentlich werden Klaus Wowereit, Oliver Pocher sowie die Politiker Serkan Tören (FDP) und Claudia Roth (Grüne) genannt und mit heftigen Worten beleidigt.

Doch nach dem Jugendschutzgesetz dürfe ein Medium nicht als jugendgefährdend eingestuft werden, wenn es der Kunst diene, so das Oberverwaltungsgericht Münster in seiner aktuellen Pressemitteilung. So müsse stets zwischen den Belangen des Jugendschutzes und der Kunstfreiheit abgewogen werden, so die Begründung.

Bundesprüfstelle hörte Rapper Shindy nicht an

Um hier eine Entscheidung zu fällen, müssten die Personen angehört werden, die als Schöpfer des Kunstwerks gelten.

So habe die Bundesprüfstelle insbesondere den Hauptinterpreten, den Rapper Shindy, von NWA und "Stress ohne Grund" überhaupt nicht zu dem Thema befragt. Während das Verwaltungsgericht Köln Bushidos Eilantrag noch abgelehnt hatte, ist die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts NRW über die Beschwerde unanfechtbar. Beim Verwaltungsgericht läuft noch das Klageverfahren von Bushido gegen die Indizierung. In dem Eilverfahren konnte der Rapper jetzt eine "aufschiebende Wirkung" in dem Fall erreichen.

Das Erfolgs-Album „Sonny Black“ von Bushido aus dem Jahr 2014 steht übrigens seit gut einem Monat auf dem Index. Das Album war Nummer 1 der Charts in Deutschland. „Die Titel wirken auf Kinder und Jugendliche verrohend, Homosexuelle und Frauen werden diskriminiert und ein krimineller Lebensstil verherrlicht“, heißt es laut Bushido in der Begründung der Bundesprüfstelle. Auf „Sonny Black“ werden unter anderem Trainer Jürgen Klopp und Nationalspieler Bastian Schweinsteiger beleidigt.

EURE FAVORITEN