Besinnliches Rocken mit den Toten Hosen

Düsseldorf.. Die Fans der Toten Hosen waren sich einig: Besser hätten die Voraussetzungen für die Eröffnung der sechs Weihnachtskonzerte am Samstag nicht sein können. Bei frostigen Temperaturen von -13 Grad und einer weißen Landschaft in der Landeshauptstadt, wollten sich die 12 500 Fans im ausverkauften „Dome in Rath“ besinnlich warm rocken.

Nach den Donots, die als Vorband der Menge schon ein bisschen einheizen durfte, legten die in weihnachtlichem rot gekleideten Düsseldorfer Punkrocker mit „Wünsch dir was“ gleich richtig los und die Fans wussten, dass es - wie immer bei den Weihnachtskonzerten – nicht allzu besinnlich ruhig wird. Nach Konzerten in Patagonien, Guatemala, Panama und Mexiko war es für Frontmann Campino „schwierig zwischen der Stimmung in Südamerika und der weihnachtlichen Stimmung in Deutschland umzuschalten“, aber davon merkte das begeisterte Publikum nichts. Im Gegenteil. „Stille Nacht“ war nur der ersten Song auf der Setlist von vielen Weihnachtsliedern des „Wir warten auf’s Christkind...“-Albums.

Gänsehautstimmung bei „Nur zu Besuch“

Aber so richtig bedächtig wurde es erst bei „Nur zu Besuch“, das die Hosen für die verstorbenen Uwe Faust und Manfred Meyer spielten. Im Dome war es ruhig, die Fans knieten sich auf den Hallenboden und Campinos Stimme sorgte für Gänsehautstimmung. Dann durfte aber auch wieder gerockt, gehüpft und gepogt werden. Beim Plädoyer gegen die Schweinegrippe-Impfung hatte es den Anschein, als würde Campino bierernst werden („Lasst euch nichts erzählen, die Schweinegrippe wird gehypt und wir sollen uns diese Scheiße in den Körper spritzen.“) Es gibt aber eine Sache, die totgeschwiegen würde und die viel gefährlicher sei als die angebliche Pandemie: Der FC Bayern München. Auf den Videoleinwänden zeigte die Band einen der größten Siege ihrer Fortuna (den 7:1-Sieg über den Rekordmeister vom 9. Dezember1978) und bei jedem Treffer jubelten die Fans, als würde die Partie gerade live gespielt.

„Düsseldorf, Düsseldorf“

Die Hosen wurden nicht müde, nach langer Düsseldorf-Pause ihren Lokalkolorit auszuleben. Als die Band sich nach kurzer Unterbrechung plötzlich auf der Pressetribüne wiederfand und dort das „Altbier-Lied“ und „Schön sein“ rockte, skandierte die Menge „Düsseldorf, Düsseldorf“. Es folgte eine ganze Passage (wieder auf der Hauptbühne) mit Weihnachtssongs. „Alle Jahre wieder“, „Leise rieselt der Schnee“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“ sang und gröhlte das Publikum und irgendwie wurde es zum Ende hin wirklich irgendwie weihnachtlich. Kuddel gab noch gefühlvoll sein „Still, Still, Still“ zum besten, ehe der „Weihnachtsmann vom Dach“, „Auld Lang Syne“ und „You’ll never walk alone“ die Fans in die Weihnachtsfeiertage begleitete.

Es war ein gelungener Abend im Dome - zieht man mal die vielen kleinen organisatorischen Problemchen ab - und die Glücklichen, die Karten für die restlos ausverkauften Termine in den kommenden Tagen haben, dürfen sich freuen, mit den Toten Hosen besinnlich zu rocken.

 
 

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