Bei Ina Müller macht Liebe taub

Oberhausen. Jazzig, soulig, bluesig und immer wieder gern auf Tuchfühlung: Ina Müller machte ihren Fans in der Arena Spaß und brachte Fans in der ersten Reihe auch gerne mal ins Schwitzen. Mit dem Auftritt in Oberhausen beendete das witzige Nordlicht seine "Liebe macht taub"-Tournee.

Nicht nur für Rolf aus Düsseldorf und Ralf aus Essen sollte das Konzert von Ina Müller und ihrer Band am Sonntag in Oberhausen ein wunderbares Erlebnis sein. Die beiden Männer saßen – zu ihrem Nachteil – in der ersten Reihe beim letzten „Liebe macht Taub“-Auftritt Müllers auf dieser Tournee - und die Sängerin schöpfte bei den beiden Mitfuffzigern ihr kabarettistisches Potential voll und ganz aus.

Aber der Reihe nach. Wenn man auf ein Konzert von Ina Müller geht, bekommt man nicht nur Musik geboten. Die norddeutsche Plaudertasche zeigt auf der Bühne, was sie wirklich ist: eine Rampensau – im absolut positiven Sinne. Nachdem die Zuschauer Frank Ramond überstanden hatten, der – sagen wir es mal weniger kritisch – seine Qualitäten definitiv beim Songwriting und Produzieren hat und nicht als Protagonist auf der Bühne, betrat Frau Müller die ausverkaufte Arena und leitete den Abend „up platt“ ein. Mit „De Wind vun Hamborg“ wehte auch schnell im Ruhrpott die schroff-sympathisch nordische Art.

Seitenhiebe mit Niveau

Das bekam dann auch Rolf aus der Landeshauptstadt zu spüren. Ina Müller ging auf Tuchfühlung mit Rolf, fragte ihn aus nach Beziehungsstatus und Bettgewohnheiten und brillierte mit gewohnter Schlagfertigkeit und kabarettistischen Seitenhieben mit Niveau. Diese zogen sich wie ein roter Faden durch das komplette Programm und zwischendurch hatten die Zuschauer wohl eher das Gefühl, an einer Kleinkunstbühne zu sein, als auf einem Konzert.

Aber stimmgewaltig und mit großem Spaß auf der Bühne schöpfte die Frau mit der tollen Ausstrahlung auch ihr musikalisches Potential aus. Jazzig, soulig, mit Bluesbeats oder Reggae-Klängen, das Repertoire von Ina Müller und ihrer Band ist weitgreifend – und das Entertainment sowieso, so dass der etwas unspontane Rolf bei einer privaten Tanzeinlage schlichtweg durch den lockeren Lederjackenträger Ralf ersetzt wurde.

Fantastischer Hardy Kayser

Erst beim letzten Song „Lieber Orangenhaut“ sprangen die Zuschauer von ihren Sitzen auf, drängten sich nach vorne vor die Bühne und tanzten. Das hätte sich Frau Müller sicherlich auch schon eher gewünscht – und bei Songs wie „Dumm kickt gut“ und „Sowas passiert mir heut nicht mehr “, mit tollen Gitarren-Soli des fantastischen Hardy Kayser, wohl auch möglich gewesen.

Die Botschafterin der plattdeutschen Sprache verabschiedete sich mit „Lockiget Hoor“ (auf der Melodie von „Knockin' On Heaven's Door“) in die Winterpause und hinterließ ein zufriedenes Publikum, das mit einem Lachen auf dem Gesicht wohl nicht das letzte Konzert von Ina Müller besucht hat.

 
 

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