Axel Bosse und das "Taxi" auf dem Weg zum Ziel

Essen. "Taxi" heißt das neue Album von Bosse. Die Single "3 Millionen" läuft inzwischen bei einigen Radiosendern rauf und runter. Frontmann Axel Bosse sprach mit DerWesten über das neue Album, warum es zu zweit entstanden und wieso es textlastiger ist, als die letzten beiden Platten.

Herzlichen Glückwunsch erstmal zu deinem neuen Album. Wie zufrieden bist du mit dem Ergebnis?

Axel Bosse: Jetzt sehr. Als die Produktion fertig war, gab es schon noch ein paar Sachen, die ich verändern wollte. Das haben wir dann auch getan und jetzt ist es so, wie ich es mir immer gewünscht habe.

Warum der Name "Taxi", welche Verbindung besteht zu den Songs?

Axel Bosse: Auf dem Album geht es häufig um Momente, die aufhören oder die mal waren. Bevor der Name Taxi feststand, habe ich nach einem Wort gesucht, das etwas bewegt, einen fort- oder irgendwo neu hinbringt. Und da war ich dann irgendwann bei Taxi, weil es das alles auf irgendeine Art und Weise macht.

Wie ist das Album entstanden?

Axel Bosse: Zuerst muss ich sagen, dass die Produktion des Albums ganz anders abgelaufen ist, als es sonst der Fall war. Die letzten Alben haben wir immer mit der Band in einem ziemlich großen Studio aufgenommen und alles live eingespielt. Diesmal ist das Album zusammen mit meinem Produzenten Jochen Naaf in einem kleinen Raum entstanden.

Zu zweit? Wo war der Rest deiner Band?

Axel Bosse: Sie sind ab und zu vorbei gekommen, um etwas einzuspielen. Aber die meiste Zeit waren wir zu zweit und haben das Album alleine gemacht.

Warum hast du dich für diese Variante entschieden?

Axel Bosse: Ich wollte, dass das dritte Album anders wird als die ersten beiden. Intimer, ein bisschen ruhig, nicht ganz so voll, nicht ganz so viele verzerrte Gitarren. Es sollte songorientierter und besser überlegt sein.

Deine Stücke schreibst du selber. Wie entsteht ein Song bei dir?

Axel Bosse: Bevor ich anfange, habe ich in der Regel schon alles im Kopf. Eine Geschichte, einen roten Faden oder irgendwelche Wörter, die ich gut finde. Dann setzte ich mich hin und fange an zu schreiben. Bis so ein Lied tatsächlich fertig ist, dauert es meistens dann doch länger als man denkt. Bei diesem Album muss man dazu sagen, dass die Lieder textlastiger sind. Und die Musik bei den meisten Songs erst später dazu kam.

Als Single-Auskopplung hast du „3 Milionen“ gewählt. Warum?

Axel Bosse: Am Ende sind diese Single-Entscheidungen eine Teamsache. Da reden die Band, mein Produzent, aber auch das Management und meine Frau mit. Das ist mir dann auch wichtiger, als meine Meinung. Ich kann nach einem halben Arbeit nicht mehr objektiv sagen, was jetzt gut oder schlecht daran ist.

Was ist das für ein Gefühl, wenn du das Album dann verkaufsfertig in den Händen hältst?

Axel Bosse: Das ist großartig. Denn während der Aufnahmen kommst du irgendwann an den Punkt, an dem du es zwar noch kontrollieren, aber nicht mehr richtig einschätzen kannst (lacht). Für mich ist es immer das spannendste Erlebnis, die fertige Platte aufzulegen und sie dann noch mal richtig zu hören. Das ist das Größte, wenn am Ende alles fertig ist. Denn als Musiker sollte man es auf jeden Fall schaffen, Sachen zu veröffentlichen, die man komplett mag und sagt ‚ok, da stehe ich wirklich dahinter, das bin ich irgendwie’.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Anja Distelrath

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