Maurenbrecher

Manfred Maurenbrechers Texte sind nie viel zu schön, um wahr zu sein. Hin und wieder übertreibt er ein wenig, aber das macht sie nur wahrer. Hin und wieder lappen sie auch ein wenig ins Lächerliche, wie der „Staubsauger“ auf dem neuen Album „Rotes Tuch“.

Früher, zu Waders und Degenhardts großen Zeiten, hieß das Talking Blues, was Maurenbrecher in den besten Stücken des „Roten Tuchs“ macht. Und immer sind es die coolen Zyniker, Kriegsgewinnler, denen er die Sonnenbrille von der hässlichen Fratze reißt. Sprachkritisches zum flügellahmen „Zeitfenster“ und Poetisches über ein „Anderes Blau“ – das macht dem Dr. Maurenbrecher so schnell keiner nach und schon gar keiner vor. Und spätestens wenn man merkt, dass sich „Rolle, Rolle, Rolle“ im Ohr eingenistet hat, wird einem klar, dass der Mann Melodien sogar noch besser als alles andere kann.


Manfred Maurenbrecher: Rotes Tuch. Reptiphon/Broken Silence, ca. 17 Euro

Beste Liedgutpflege

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