Markus-Passion

Die geringe Popularität der Markus-Passion von Johann Sebastian Bach ist nicht allein berühmten Schwesterwerken geschuldet. Einerseits gilt sie als „Parodie“, was nichts Spaßhaftes bedeutet sondern ein Werk, das sich aus anderen Schöpfungen zusammensetzt. Zugleich ist die Passion schlichtweg weitgehend verschollen. Mehrere Rekonstruktionen griffen auf das erhaltene Libretto zurück.

Den jüngsten Versuch legt der Musikforscher Alexander Grychtolik vor. Er belebt die Spätfassung, zu der zwei bisher unbekannte Arien zählen. Natürlich bleibt noch die akribischste Arbeit eine Art Ahnung, doch die Ersteinspielung, die das beredt musizierende Capriccio-Barockorchester unter Markus Teutschbein vorlegt, nimmt ein. Eine Annäherung an Bach, die die Knabenkantorei Basel und herausragende Sänger wie Daniel Johannsens Evangelist beeindruckend wagen.

Bach: Markus-Passion. Rekonstruktion (1744) von Alexander Grychtolik. Rondeau Production. 2 CD, 114 Min, ca. 25€

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