Mahlers Weltenmusik triumphiert über Ravel

Dortmund.  Ein Konzertabend mit gewaltiger Spannweite, musikalische Welten, die in ihrem Kontrastreichtum weit voneinander entfernt liegen. Hier Ravels G-Dur-Klavierkonzert, sprühend, flirrend, leicht und brillant dahingleitend. Dort Mahlers 5. Sinfonie, düster und katastrophisch, in wilder Polyphonie verschachtelt, hindrängend auf einen nur schalen und falsch tönenden Triumphgesang.

Und wo Ravel eine schwebend träumerische Melancholie aufklingen lässt, setzt Mahler auf eine Liebeslyrik, die von Abgründen kündet. Im Konzerthaus Dortmund hat nun das SWR Symphonieorchester mit Christoph Eschenbach am Pult beide Werke gegenübergestellt. Am Ende bleibt indes die Überwältigung durch Mahlers wuchtige Musik.

So sehr Solist Tzimon Barto dem Klavierkonzert rhythmische Prägnanz gibt, so sehr er virtuose Effekte hervorzaubert, so sehr auch das Orchester farbenreich wirbelt, bleibt Ravel doch ein Leichtgewicht. Und Barto mit seinen Tempoverzögerungen schafft es leider nicht, dem Adagio die irreal wirkenden Verschattungen zu entlocken.

Wie mitreißend und unter die Haut gehend dagegen Mahlers gewaltige Weltenmusik. Eschenbach führt sicher durch die polyphonen Strukturen, bei großer Durchhörbarkeit. Und dann lässt er bisweilen noch die Musik anhalten – als Ruhepunkt vor dem nächsten Sturm.

Das Orchester folgt ihm über weite Strecken mit Emphase, nur gelegentlich fehlt’s an rhythmischer Genauigkeit. Mahlers Signaltöne und Durchbrüche, Triviales und Volkstümliches, Tragik, Groteske – das alles ist da. Das Publikum jubelt.

 
 

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