Land hat kein Geld mehr für Denkmäler

Düsseldorf.  Geschichte wird dem Menschen vor allem in Form von Architektur bewusst. Nicht zuletzt wegen dieser sinnlich fassbaren Historie hat die Denkmalpflege in Nordrhein-Westfalen Verfassungsrang. Doch dem Verfassungsrang stehen die Niederungen des Haushalts gegenüber – und da fährt das Land nach den jüngsten Plaungen einen radikalen Sparkus. Im Haushalt 2014 sind nur noch 3,4 Millionen Euro für die Denkmalpflege vorgesehen (die NRZ berichtete). Und das bei über 86 800 Bau- und Bodendenkmälern. 2015 soll es dann gar keine Landeszuschüsse mehr geben. Zwar heißt es vom zuständigen Ministerium für Bauen, Wohnen, Städtebau und Verkehr, über die weitere Ausgestaltung der Förderung ab 2014 müsse noch entschieden werden, doch scheint klar zu sein: Zuschüsse gibt es dann nicht mehr, sondern nur noch zinsvergünstigte Darlehen.

Nur im Bereich der Bodendenkmäler - dazu gehören archäologische Grabungsstätten wie Römerlager, Ringwallanlagen oder Burgruinen sollen wie bisher Zuschüsse gezahlt werden.

Für arme Kirchen und Denkmaleigentümer ist das eine Hiobsbotschaft – viele Werkstätten und Dombauhütten sind betroffen. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landesschutz schlägt Alarm – und bereits jetzt haben die Heimatvereine einen offenen Brief an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gesandt – da protestieren sie allerdings „nur“ gegen die geplante Kürzung von rund zwei Millionen Euro im Haushalt 2013 und werden dieses schon als „Kahlschlag“ bei der Denkmalpflege.

Klar ist auch: Kaum eine Kommune kann fehlende Landeszuschüsse kompensieren. Landkreistag, Städte- und Gemeindebund warnen nach Angaben der „Welt“: „Die Kürzungen werden zu Substanzverlusten bei Baudenkmälern und in der Archäologie führen. Die Landesregierung nehme „den zunehmenden Verfall und die Zerstörung zumeist unwiederbringlicher historischer Bausubstanz und archäologischer Stätten in Kauf“, fürchtet auch der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz.

 
 

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