Kunsthistorikerin Turit Fröbe zeigt die Bauwerke des Alltags

Kunsthistorikerin Turit Fröbe bringt Kinder mit Architektur in Kontakt.
Kunsthistorikerin Turit Fröbe bringt Kinder mit Architektur in Kontakt.
Foto: WAZ Foto Pool
Die Kunsthistorikerin Turit Fröbe bringt Kinder mit Architektur in Kontakt. Um ihr Projekt weiter zu entwickeln, hat sie eine Crowdfunding-Kampagne bei startnext.com gestartet.

Berlin. Als Expertin für Bausünden in Deutschland hat sich die Kunsthistorikerin Turit Fröbe einen Namen gemacht. Nun tritt die Mitarbeiterin am Institut für Architektur der Universität der Künste Berlin mit einem Projekt an, die Jüngsten mit Bauwerken in Kontakt zu bringen. Grund: Es fehle als Thema in der Schule.

Wollen Sie nun schon Kindern die argen Bausünden in unseren Städten vor Augen führen?

Turit Fröbe: Um gutes und schlechtes Bauen geht es nicht so sehr. Eher Kindern überhaupt ein Bewusstsein fürs Bauen und fürs Gebaute beizubringen.

Wie gehen sie dabei vor?

Fröbe: Es gibt ja Ansätze, etwa von Architektenkammern. Da geht es ums Bauen, ums Entwerfen. Wir gehen anders vor, gehen mit Kindern in die Stadt, zeigen ihnen Bauwerke, philosophieren mit ihnen darüber.

Wählen Sie Sehenswürdigkeiten?

Fröbe: Im Gegenteil. Wir haben das Umfeld der Kinder betrachtet. Wir wollen Augen öffnen für Alltagsarchitektur: das, was eigentlich nicht betrachtenswert aussieht. Kinder sehen da auch nicht von allein hin. Die gucken nur, wenn es besonders bunt oder groß ist.

Warum wünschen Sie sich eine Aufmerksamkeit fürs „Normale“?

Fröbe: Sie fehlt ja auch bei Erwachsenen. Architektur führt ein Schattendasein, sie umgibt uns, wird aber nicht wahrgenommen.

Warum möchten Sie das ändern?

Fröbe: Weil sie uns auf Schritt und Tritt begleitet, weil sie unser Leben bestimmt. Architektur muss in der Lebensmitte ankommen, damit der Lebensraum wieder angenehmer wird. Damit es mehr gibt als die lieblose, herzlose Investorenarchitektur.

Haben Kinder schon ein Empfinden, was an Bauten schön oder hässlich ist?

Fröbe: Sie haben genaue Vorstellungen, sie mögen es gern „aufgeräumt“, sauber. Aber auch Blümchen. Nur auf Graffiti haben sie keinen Bock.

  • Zur Finanzierung der Publikation SpielRaumStadt, zu der auch ein Kartenspiel für Kinder gehört, hat Fröbe eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Mehr zum Projekt hier.
 
 

EURE FAVORITEN