Vin Diesel spielt wieder den Weltraum-Sträfling

Die erste halbe Stunde des Films gehört nur ihm: Vin Diesel als Riddick.
Die erste halbe Stunde des Films gehört nur ihm: Vin Diesel als Riddick.
Foto: dpa/Universum
Seit Jahren wird Ex-Sträfling Riddick gejagt. Gefangen oder tot ist er noch immer nicht. Der muskelbepackte Einzelgänger, gespielt von Vin Diesel, ist zum dritten Mal auf der Leinwand zu sehen. Diesmal kämpft er auch gegen furchterregende Kreaturen.

Essen.. Zuerst ist da diese Hand, die sich starr aus dem Erdreich reckt, als habe ein Scheintoter verzweifelt versucht, sich den Weg nach oben zu bahnen. Die dann aber plötzlich sehr lebendig wird und mit eiserner Gewalt einen nicht gerade kleinen Flugsaurier erwürgt, der sich an ihr zu schaffen machen will. Dann erst gräbt sich der Anhang der Hand aus der Erde, und wir haben ihn endlich wieder – Riddick (Vin Diesel), diesen muskelbepackten Weltraum-Sträfling, dem wir bereits in zwei Filmen begegnet sind.

Dabei hatte sich der letzte Versuch mit diesem wundersamen Helden, „Die Chroniken von Riddick“, vor neun Jahren als ziemlicher Flop erwiesen. Was aber vor allem daran lag, dass man diesen schmutzigen Einzelgänger mit seiner Unrast hier in ein gesellschaftliches Ambiente versetzt hat, das stark an das Science-Fiction-Epos „Dune“ erinnert.

Nichts reicht hier mehr an „Pitch Black“ heran, in dem Regisseur David Twohy uns seinen Kämpfer 2000 zum ersten Mal vorgestellt hatte. Das war damals ein aufregender kleiner Film, der uns mit seiner Hell-Dunkel-Thematik gleich auch noch das Wesen des Kinos erklärte.

Die Unterfinanzierung zaubert einen Film, der zum Helden passt

Mit dem neuen Film hat Twohy nun doch noch seine Trilogie fertigstellen können – wenn auch unter erschwerten Bedingungen. Das Budget ist mit 38 Millionen Dollar für einen Science-Fiction-Film mit seinen vielen Spezialeffekten denkbar knapp, Hauptdarsteller Vin Diesel soll dem Vernehmen nach eigenes Geld in die Produktion gesteckt und dafür sein Haus beliehen haben.

Dieser Schaffensdrang zahlt sich aus: Die Unterfinanzierung zaubert einen Film hervor, der perfekt zu einem Helden passt, der selbst alles mit der Hand machen muss. Zwar setzt Twohy hier sichtlich wieder auf das alte Rezept von „Pitch Black“, was der Unterhaltsamkeit jedoch keinen Abbruch tut.

Riddick finden wir hier auf jenem einsamen, sonnenverbrannten Planeten wieder, auf dem man ihn im letzten Film zurückgelassen hat. Hier fristet der ehemalige Sträfling sein Dasein, indem er sich ein ansonsten höchst gefährliches, wolfsähnliches Wesen als Begleiter abrichtet. Und indem er den Kampf gegen die in spärlichen Wasserlöchern hausenden Kreaturen gewinnt, die ihm oft das Leben schwer machen. Es gelingt ihm nach zahlreichen Tierversuchen, sich gegen diese hochgiftige Kreuzung aus Skorpion, Krokodil und „Alien“-Kreatur immun zu machen.

Eine halbe Stunde lang gehört der Film Vin Diesel

Eine halbe Stunde lang gehört dieser Film allein Vin Diesel, den man fasziniert beobachtet und der einen immer wieder überraschen kann. Riddick weiß, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. In der Ferne kündigt sich die lang anhaltende Regenzeit an, in deren Verlauf die Alien-Kreaturen sich immens vermehren werden.

Doch Riddicks Funkspruch, abgesetzt von einer verlassenen Station, lockt erst einmal zwei Trupps von intergalaktischen Kopfgeldjägern an. Auf Riddick ist eine erhebliche Summe ausgesetzt, die sich bei Antransport seiner Leiche noch verdoppelt.

Unter denen, die da aus dem Weltraum hereintrudeln, fallen zwei Charaktere besonders auf, die Riddick das Leben schwer machen könnten. Da ist zum einen Diaz, gespielt von dem einstigen Profi-Wrestler Dave Bautista, den ein Fleischgebirge zu nennen der Wahrheit ziemlich nahe kommt. Und da ist Dahl, dargestellt von Katee Sackhoff („Battlestar Galactica“), die hier den Spitznamen „Kampflesbe“ mit reichlich Leben erfüllt. Hinzu kommt noch ein Typ wie Santana (Jordi Molla), der Riddick nach seiner Verhaftung schon mal den Kasten präsentiert, in dem man seinen Kopf als Beweismittel mitnehmen wird.

Wer genug hat von der Hochglanz-Technologie herkömmlicher Blockbuster, der ist bei „Riddick“ richtig. Hier ist alles herzhaft altmodisch, die Figuren ebenso wie die Technologie der Spezialeffekte. Manchmal fühlt man sich zurückversetzt in eine dieser Space Operas der 60er Jahre. Kein Wunder: Kameramann David Eggby hat schon den ersten „Mad Max“-Film fotografiert.

Wertung: Vier von fünf Sterne

 
 

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