Ralf Richter will Kalle Grabowski immer noch aufleben lassen

Als Kalle Grabowski in „Bang Boom Bang“ spielte sich Ralf Richter in die Herzen Tausender Filmfans.
Als Kalle Grabowski in „Bang Boom Bang“ spielte sich Ralf Richter in die Herzen Tausender Filmfans.
Foto: imago stock&people / imago/Future Image
Ralf Richter hat sich als Kalle Grabowski in „Bang Boom Bang“ eine treue Fangemeinde erspielt. Jetzt soll die Kultfigur auferstehen.

Berlin.  “Ist. Der. Geil?“

„Bang Boom Bang“ gehört zu den wenigen deutschen Filmen, die ihre Fangemeinde so sehr begeistern, dass sie den ganzen Film simultan mitsprechen können. Die Krimikomödie ist besonders im Ruhrgebiet Kult, dort lief der Film von Peter Torwarth mehr als 15 Jahre lang im Kino, wurde auf Kino-Festivals immer wieder ausgegraben. Maßgeblichen Anteil an diesem Kult hat die Figur Kalle Grabowski. Und nun soll sie auferstehen.

Ralf Richter, der den prolligen Bankräuber mit Vokuhila-Matte 1999 verkörperte, hat nun noch einmal bekräftigt, seine Kultfigur wieder auf die Kinoleinwand bringen zu wollen. Gemeinsam mit seinem Sohn Maxwell arbeitet der 59-Jährige wieder an dem Drehbuch zum Film „Grabowski – Alles für die Familie“.

Richter klagt über Auftragslage

„Ich wüsste gar nicht, welche Möglichkeiten mir blieben, wenn ich mir nicht selbst was ausdenken würde“, sagte der geborene Essener in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ vom Sonntag. Schon 2015 hatte er per Crowdfunding 128.000 Euro eingesammelt, vor rund einem Jahr hatte er am Rande der Berlinale verkündet, das Drehbuch sei fertig und es könne im Sommer gedreht werden. Immer wieder jedoch platzte der Drehstart. Die Gründe sind unbekannt.

Sollte der Film doch eines Tages fertig werden, wäre das der dritte Auftritt Richters als ein Mitglied der Grabowski-Familie. In „Goldene Zeiten“, der 2006 ebenfalls von Peter Torwarth in die Kinos gebracht wurde, tritt Richter als Zuhälter Harald „Bullet Harry“ Grabowski auf, dem Bruder von Kalle.

Trotz seines Projekts klagt Richter über die Lage in seiner Branche: „Die Aufträge sind ja enorm zurückgegangen.“ Früher habe das Fernsehen ja noch 100 Serien gleichzeitig produziert. „Heute gibt es nur noch Reality-TV, bei dem die Darsteller mit Minigagen abgespeist werden.“ Und manch Produzent meide ihn, weil er mal im Knast gesessen habe. Vielleicht ist ihm Kalle Grabowski aber gerade deswegen so gut geraten. Auch die Filmfigur musste einsitzen.

(mit dpa)

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