Moskau als Spielplatz für Endzeit-Phantasien

Uwe Mies
Produzent Timur Bekhmambetov lässt in „Darkest Hour“ die Aliens in der russischen Metropole landen. Gut durchdachte Tricks lassen die verwaiste Stadt echt erscheinen. Ein Meisterwerk ist dieser Film aber nicht.

Dortmund. Invasionsfilme dominierten in der auslaufenden Kinosaison 2011 das Science Fiction-Umfeld. Der sechste und letzte Beitrag dazu heißt „Darkest Hour“ und ist zur Abwechslung nicht in den USA, sondern in Moskau angesiedelt: Fünf junge Leute, vier Amerikaner und ein Schwede, wollen sich nach einem Tag voller geschäftlicher Kabbeleien in einer Disco vergnügen. Plötzlich fällt der Strom aus. Man geht hinaus auf die Straße und erblickt seltsame Lichtformationen, die zur Erde herabsinken. Die äußere Schönheit der Gebilde aber trügt.

Es sind Flugmechanismen, mit denen außerirdische Invasoren den Strom lahm legen und Menschen binnen weniger Sekunden in ihre Atome zerlegen. Tausende fallen dem Inferno zum Opfer, nur die fünf Touristen können sich in einem Keller verschanzen. Als sie nach Tagen wieder auftauchen, finden sie eine Geisterstadt vor. Man will andere Überlebende suchen, doch die Außerirdischen sind noch da.

Ein Meisterwerk der Science Fiction ist dieser Film sicher nicht, aber es reicht allemal zu einem soliden Reißer aus der zweiten Reihe, der mit gut durchdachten Trickpanoramen den beunruhigend echten Eindruck einer verwaisten Metropole erwirkt. Auch die Lichtgebilde haben ihren Reiz, weil sie am Tage unsichtbar sind, was in der 3D-Version raffinierte Bildeindrücke erwirkt.

Aus geringem Budget wird viel Nervenkitzel destilliert

Der Produzent heißt übrigens Timur Bekhmambetov. Russlands Regiestar („Wächter der Nacht“) zeigt auch hier, wie aus geringem Budget viel Nervenkitzel destilliert werden kann. Und dass Moskau als Endzeit-Spielplatz dient, beschert eine ganz eigene verstörende Atmosphäre.