„Johnny English“ ist zurück auf der Leinwand

Arnold Hohmann

Essen. Rowan Atkinson ist zurück auf der Leinwand. Doch in „Johnny English - Jetzt erst reicht“ unter der Regie von Oliver Parker wirkt der britische Komiker jedoch steif und manchmal sogar peinlich.

Der britische Komiker Rowan Atkinson zehrt immer noch vom Ruhm seiner „Mr. Bean“-Figur im Fernsehen, deren Kalamitäten uns bei all den vielen Wiederholungen vermutlich als Endlosschleife erhalten bleiben. Bei Atkinson ist es wie bei vielen Komikern, die im Fernsehen angefangen haben: Der Wechsel zum Kinofilm bekommt ihnen nicht, das Beherrschen der kleinen Form ist keine Garantie für Erfolg auf der großen Leinwand.

Vertracktes Drehbuch

War der zweite „Bean“-Film („Bean macht Ferien“) schon ziemlich katastrophal, so setzt sich diese Linie nun auch im zweiten Film mit der Agentenfigur Johnny English („Jetzt erst recht“) fort. Es mag auch daran liegen, dass Regisseur Oliver Parker bisher mehr an Oscar-Wilde-Stoffen interessiert war als an der Kunst des präzisen Gag-Timings. Mit seinem Hauptdarsteller kommt er jedenfalls ebenso wenig zurecht wie der wiederum mit dem vertrackten Drehbuch von Hamish McColl.

Der wegen deutlichen Unvermögens vom Dienst suspendierte English jedenfalls wird vom MI 7 zurückgeholt, weil ein wichtiger Zeuge nur mit ihm Kontakt haben möchte. Es geht um eine Organisation namens „Vortex“, deren Mitglieder ein Attentat auf den chinesischen Premierminister bei seinem Besuch in London planen. Schweren Herzens nimmt English Abschied von dem tibetanischen Kloster, wo man ihm in den vergangenen Jahren nun wirklich jedes Körperglied gestählt hat.

Wenig Slapstick-Szenen

Natürlich gibt es auch hier ein paar hübsche Ideen, wie etwa den Verkauf der Namensrechte am Britischen Geheimdienst, der nun als „Toshiba British Intelligence“ firmiert. Doch selbst in den wenigen Slapstick-Szenen, für die in dieser umständlichen Räuberpistole noch Platz ist, wirkt Rowan Atkinson inzwischen wie ausgewechselt, nicht mehr leicht und locker, sondern steif und manchmal gar peinlich.

Wie verzückt denkt man doch an die einstige Begegnung Beans mit der Queen, bei der er sich dummerweise den Zeigefinger im Hosenschlitz verklemmt hatte. Hier nun muss er die Queen als Folge der Verwechslung mit einer asiatischen Killer-Putzfrau bis zur Bewusstlosigkeit zusammendreschen. Da kann auch die Kamera nur noch gnädig abblenden.