„Jack und das Kuckucksuhrherz“ - Zauberhafte Liebestragödie als Animationsfilm für Erwachsene

Jacks Kuckucksuhrherz gerät aus dem Takt, als er Acacia kennenlernt, der er bis nach Andalusien folgt, um sie für sich zu erobern.
Jacks Kuckucksuhrherz gerät aus dem Takt, als er Acacia kennenlernt, der er bis nach Andalusien folgt, um sie für sich zu erobern.
Foto: Universum Film
Die Umsetzung erinnert ein wenig an Tim Burton, die Musik klingt ein bisschen wie Danny Elfman, und doch ist „Jack und das Kuckucksuhrherz“ ein durch und durch europäischer Film: Die Franzosen Mathias Malzieu und Stéphane Berla erzählen eine wunderschöne und sehr melancholische Zeichentrickromanze .

Essen.. Jack kommt in der kältesten aller schottischen Nächte zur Welt. Weil sein Herz gefroren ist, ersetzt die Hebamme den Muskel durch eine Kuckucksuhr. Der kleine Jack wächst ganz normal auf, muss aber darauf achten, dass er seine Emotionen unter Kontrolle hat; und er darf sich auf keinen Fall verlieben. Natürlich passiert irgendwann genau dies: Jack verguckt sich Hals über Kopf in die bezaubernd schöne Straßenmusikerin Acacia.

Doch es vergehen viele Jahre, bis er sie wiedersieht. Als er das Mädchen nach langer Reise endlich in einem andalusischen Vergnügungspark findet, muss er feststellen, dass ihr Herz schon vergeben ist. Gerade dank des Einfallsreichtums in den Details ist die grafische Umsetzung schlicht großartig.

Die Geschichte ist ohnehin so gut, dass nicht mal die verschiedenen Musical-Einlagen stören, auch wenn das Werk in diesem Momenten lebhaft an das Schema diverser Disney-Klassiker erinnert. Trotz der Freigabe ab sechs Jahren ist „Jack und das Kuckucksuhrherz“ allerdings kein Kinderfilm. Die Handlung ist stellenweise recht düster, einige Szenen sind ziemlich alptraumhaft gestaltet. Gerade darin aber liegt die Nähe zu Tim Burtons Animationswerken „Nightmare before Christmas“ und „Corpse Bride“.

Malzieu und Berla ist jedoch nicht zuletzt dank der ungemein fantasievollen Bildgestaltung weit mehr als eine Hommage an Burton und Disney gelungen, zumal das auf Malzieus Roman „Die Mechanik des Herzens“ beruhende Drehbuch geradezu verschwenderisch reich an originellen und liebevollen Einfällen ist.

Allein die stilistische Vielfalt des Films ist derart imposant, dass es fast schon profan wirkt, wenn Malzieu und Berla das finale Duell mit passender Musik im Stil eines Italo-Western präsentieren. Eine Parodie ist die entsprechende Szene allerdings nicht: Den gelegentlichen heiteren Momenten zum Trotz ist Jacks bildgewaltige Heldenreise im Grunde tieftraurig.

Wertung: 5 von 5 Sternen

 
 

EURE FAVORITEN