Helden aus der zweiten Reihe

Ihre Stunde hat geschlagen: Mark Wahlberg (Mitte) und Will Ferrell (re.) in „Die etwas anderen Cops“. (Foto: Sony)
Ihre Stunde hat geschlagen: Mark Wahlberg (Mitte) und Will Ferrell (re.) in „Die etwas anderen Cops“. (Foto: Sony)

Essen.. Auch bei der Polizei gibt es sie, die Verlierer im System. Beamte, die Innendienst schieben müssen, während andere den Lorbeer einheimsen. Von ihnen erzählt Adam McKays Filmkomödie „Die etwas anderen Cops“.

Auch bei der Polizei gibt es sie, die ewig im Hintergrund stehenden Beamten, die auf Fotos unscharf im Hintergrund vorkommen, wenn ihre erfolgreichen Kollegen mal wieder den Ruhm einheimsen. In Adam McKays wirklich einmal komischer Komödie „Die etwas anderen Cops” sind es die New Yorker Detectives Gamble (Will Ferrell) und Hoitz (gegen sein Image be-setzt: Mark Wahlberg), die als Schreibtischhengste allmählich versauern. Wirklich unglücklich ist jedoch nur Hoitz, für Gamble scheint die Arbeit am Computer und das Ausfüllen von Formularen die Erfüllung seines Daseins zu sein. Ihre Einsatzstunde aber schlägt, nachdem das Star-Duo des Reviers (Samuel L. Jackson, Dwayne Johnson) in maßloser Selbstüberschätzung den Höhenflug aus dem 15. Stockwerk wagt – und nicht wieder aufsteht.

Blasser Typ mit scharfer Gattin

Regisseur McKay und Star-Komiker Ferrell kennen sich schon lange, haben gemeinsam bereits „Anchorman” und den Erfolg „Ricky Bobby - König der Rennfahrer” ge-dreht. Diese Vertrautheit zahlt sich aus: Die Pointen mögen zwar nicht prasseln, sind aber mit großer Präzision gesetzt. Der Witz wird dabei vor allem aus dem Absurden mancher Situation rekrutiert, weniger aus planem Jux. Wenn beispielsweise der blasse Gamble zu Hause in Gestalt von Eva Mendes eine erotische Offenbarung als ergebene Gattin präsentieren kann, dann haut das nicht nur den Kollegen Hoitz vom Stuhl.

Die beiden Hinterbänkler geraten bei ihren Ermittlungen an den windigen David Ershon (Steve Coogan) und damit mitten hinein in die große Finanzwelt mit ihren Spekulationsblasen, die von normalen Ordnungshütern schon lange nicht mehr durchschaut werden können. Für unsere Helden aus der zweiten Reihe aber tut sich hier ein fruchtbares Betätigungsfeld auf, denn Gamble kann Bilanzen wie Comics lesen und spürt, wo sich Verbrechen zusammenballt. Der Nachspann übrigens erzählt sehr eindrucksvoll davon, dass die wirklich großen Gangsterstücke inzwischen in Bereichen ablaufen, die von der Polizei kaum noch eingesehen werden können.

 
 

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