Großer Grusel mit "It Follows"

Mit einem Liebesakt im Auto geht alles los. Plötzlich wird die 19-jährige Jay (Maika Monroe) mit einem Fluch belegt.
Mit einem Liebesakt im Auto geht alles los. Plötzlich wird die 19-jährige Jay (Maika Monroe) mit einem Fluch belegt.
Foto: Weltkino
Der Horrorfilm "It Follows" geht mit seiner besonderen Atmosphäre und Intensität weit über schlichte Schreckmomente hinaus.

Essen.. Seit Wes Cravens „Scream“ weiß jeder, dass Sex – zumindest in Teen-Horrorfilmen – äußerst gefährlich sein kann. Wer erst einmal seine Jungfräulichkeit verloren hat, muss fortan befürchten, schon bald auch noch sein Leben an einen mörderischen Soziopathen zu verlieren. Diese seither zum Klischee gewordene Genrekonvention scheint nun David Robert Mitchell in „It Follows“ ein weiteres Mal aufzugreifen.

Jay wird von seltsamen Wesen verfolgt

Die 19-jährige Jay (Maika Monroe) hat gerade erst mit ihrem neuen Freund Hugh (Jake Weary) geschlafen. Nun liegt sie in dessen Auto und gibt sich melancholischen Gedanken hin. Die großen Versprechen und Träume der Jugend zerplatzen angesichts einer weitaus profaneren Realität. Doch diese Traurigkeit, die im Kern beinahe etwas Poetisches hat, ist nur ein schwacher Vorgeschmack auf die Schrecken, die Jay erwarten. Wenig später wird Hugh ihr offenbaren, dass er gerade einen Fluch an sie weitergegeben hat.

Von nun an wird Jay von einem seltsamen Wesen verfolgt, das ganz unterschiedliche Gestalten annehmen kann. Mal ist es eine Fremde, mal ein Mensch, der Jay ganz nahe steht. Dabei kann nur sie diese Inkarnationen des Todes, die ebenso zielstrebig wie bedächtig auf sie zugehen, sehen. Sollte es ihr nicht gelingen, den Fluch an jemand anderen weiterzugeben, wird das Wesen sie einholen und töten.

Erinnerungen an die düsteren Horrorfilme der 1940er-Jahre

David Robert Mitchell löst das Rätsel um den Fluch nie ganz auf. Natürlich kann man die verschiedenen Gestalten, die Jay verfolgen, als Warnung vor oder auch als Metapher für die Gefahren von Geschlechtskrankheiten sehen. Auch einige psychoanalytische Erklärungen bieten sich an.

Doch derart simple und handfeste Erklärungen würden Mitchells philosophischem Horror keineswegs gerecht. Erinnerungen an die ebenso eleganten wie düsteren Horrorfilme, die Val Lewton in den 1940er-Jahren produziert hat, drängen sich regelrecht auf. Das Wissen um das Unausweichliche verleiht Mitchells in den langsam verfallenden Vorstädten von Detroit gedrehtem Alptraum eine ganz besondere Atmosphäre und Intensität, die weit über die eher schlichten Schrecken klassischer Teen-Horrorfilme hinausgeht.

Wertung: fünf von fünf Sternen

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