Ein Panda im Effekte-Dschungel

Essen.. Mit der dritten Dimension sieht man nicht immer besser. Im Grunde sieht man von Po diesmal oft sogar nur Schemen. Mal von einer gigantischen Feuerwand verschluckt, mal hinter einem riesigen Bettlaken verschwunden, das ihm bei einer wilden Verfolgungsjagd ins Gesicht weht. Alles bewegt sich und irgendwie doch nichts. Die Fortsetzung vom knuffigen Kung Fu-Panda verlässt sich diesmal ganz auf die Sensationen der 3D-Kinotechnik und vergisst dabei leider etwas die zauberhafte Figurenzeichnung und den ironischen Witz, der den ersten Film ausgezeichnet hat.

„Versucht’s mal mit Gemütlichkeit“ möchte man den DreamWorks-Machern zurufen angesichts der Betriebsamkeit, mit der hier Action-Szene an Action-Szene gereiht wird. Dabei passt das Erzähltempo dieses Martial-Arts-Epos für Kinder gar nicht zur gemütlichen Natur des verfressenen Bären, der im ersten Teil noch lernen durfte, dass Perfektion, Kampfkraft und Idealfigur nicht alles sind, sondern Wille, Ausdauer und Freundschaft im Kampf gegen das Böse viel stärker zählen.

Die knuffige Tollpatschgkeit des Superhelden

Nun aber ist diese sympathische Geschichte von der Heldenwerdung wider Willen erzählt, und den Drehbuchautoren bleibt nichts anderes mehr, als die wahre Herkunft des kuscheligen Dicken zu beleuchten, der unter der liebevollen Fürsorge eines Gänserich groß geworden ist.

Und so wird aus dem Kampf gegen den fiesen Pfauen Chen, der die Kunst des Kung Fu und damit die kulturelle Identität Chinas auslöschen will, auch ein Kampf gegen die Schatten der Vergangenheit. In kunstvollen Scherenschnitten blitzen Bilder der Kindheit auf und erinnern an jene leise Melancholie, die im ersten Teil noch Raum hatte. Geblieben ist nur eine Titelfigur, die mit ihrer knuffigen Tollpatschigkeit im Reich der Superhelden so deplatziert wirkt wie der schreckliche Hulk beim Hatha-Yoga. Doch die komischen Funken, die die Story daraus schlägt, werden vom Effekte-Feuerwerk überstrahlt.

Gleichwohl wird „Kung Fu Panda“ seinen Erfolgsmarsch an den Kinokassen fortsetzen. Denn das, was den Film kritisierbar macht, werden viele auch als Stärke empfinden. Obwohl die Geschichte dünn wie Seidenpapier ist, hat der Film keine Minute Leerlauf.

 
 

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