Berlinale mit Polanski-Premiere und Metropolis-Spektakel

Foto: Getty Images

Berlin.. „Metropolis“ am Brandenburger Tor und roter Teppich im Kiez-Kino. Die 60. Berlinale setzt auf große und kleine Spektakel - von der Weltpremiere der neuen Filme von Roman Polanski und Martin Scorsese bis zum georgischen Experimentalfilm.

Die 60. Berlinale will Kinofans aus aller Welt ab Donnerstag wieder zehn Tage lang verwöhnen. Erstmals gibt es Filmvorführungen in kleinen Programmkinos und eine öffentliche Liveübertragung von „Metropolis“ am Brandenburger Tor.

866 Vorführungen - 18 Weltpremieren

Insgesamt 6.241 Filme wurden für das größte Publikumsfestival angemeldet - mehr, als je zuvor. Von ihnen werden 392 Filme aus insgesamt 58 Produktionsländern gezeigt - mit Wiederholungen ergeben sich 866 Vorführungen. 84 Filme kommen aus Deutschland, und 123 Filme sind von Frauen. Allein im Wettbewerb gibt es 18 Weltpremieren. Parallel sind außerdem 970 Vorführungen im Rahmen des European Film Market geplant.

Für das 60-jährige Jubiläum, das ins 20. Jahr der deutschen Wiedervereinigung fällt, hat Festivaldirektor Dieter Kosslick einige Höhepunkte vorbereitet. Am Freitag wird um 20 Uhr die restaurierte Originalfassung von Fritz Langs „Metropolis“ im Friedrichstadtpalast uraufgeführt und parallel am Brandenburger Tor übertragen - umsonst und draußen. Zuvor soll am Brandenburger Tor bereits der 300 Quadratmeter große symbolische Kinovorhang der koreanischen-amerikanischen Designerin Christina Kim geöffnet werden. Sie stellt ihn aus recycelten Film- und Berlinale-Plakaten, DVDs und anderen Materialien aus der Filmwelt her.

Bereits am Freitagnachmittag wollen Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Kosslick den ersten Stern auf dem geplanten „Boulevard der Stars“ auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße enthüllen. Er ehrt die Schauspielerin Marlene Dietrich. Der Stern bleibt nur während des Filmfests zu sehen - die Eröffnung des Boulevards findet erst im Herbst statt.

Reihe „Berlinale goes Kiez“

Ein weiteres Novum ist die Reihe „Berlinale goes Kiez“, mit der das Festival Programmkinos in der Hauptstadt für ihr Bemühen um den anspruchsvollen Film belohnen will. An jedem Abend wird der rote Teppich vor einem anderen Kino ausgerollt und es werden zwei Filme aus verschiedenen Sektionen gezeigt. Außerdem kommt ein Filmteam zu Gast, und ein prominenter Filmschaffender aus Berlin führt durchs Programm.

Glamour sollen dem Festival die zahlreichen Stars verleihen, die erwartet werden: Kosslick kündigte unter anderem Leonardo di Caprio und Ben Kingsley an, die den Gefängnis-Thriller „Shutter Island“ von Martin Scorsese vorstellen werden, der außerhalb des Wettbewerbs gezeigt wird. Pierce Brosnan und Ewan McGregor präsentieren Roman Polanskis „Ghost Writer“, ein Thriller um einen ehemaligen britischen Premierminister.

Ein Künstler wird kommen, sich dem Publikum aber nicht zu erkennen geben: der britische Graffiti-Künstler Banksy, der seine Identität geheimhält und über den der Film „Exit Through The Gift Shop“ außerhalb der Konkurrenz läuft.

Schon vor Beginn der Berlinale stehen einige Ehrungen fest: Goldene Ehrenbären werden an die Schauspielerin Hanna Schygulla und den Drehbuchautor und Regisseur Wolfgang Kohlhaase für ihr Lebenswerk gehen. Aus Anlass des eigenen Geburtstags und des deutsch-deutschen Jubiläums ehrt die Berlinale damit erstmals zwei Künstler - eine aus dem Westen, einen aus dem Osten Deutschlands.

Live-Übertragung und Sondersendungen

Mit 270.000 verkauften Tickets erreichte die Berlinale im vergangenen Jahr einen Publikumsrekord. Seit Montag läuft der Vorverkauf. Auch online können begrenzt Tickets gebucht werden. Ein Berlinale Kindergarten in der Gemäldegalerie am Kulturforum kümmert sich um Kinder von akkreditierten Festivalbesuchern, aber auch von Filmfreunden, die ein Ticket vorweisen können.

Filmfans, die nicht zur Berlinale kommen können, können sich auf ZDF und 3sat informieren. Nicht nur die Eröffnungsgala und die Preisverleihung werden live übertragen. Es gibt zahlreiche Sondersendungen anlässlich des Jubiläums sowie das „Berlinale Journal“, das auf 3sat jeden Tag aus einem anderen Kino gesendet wird. (afp)

 
 

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