Kein einzigster Fehler

Jens Dirksen

Es sind nicht nur die Mitglieder des Vereins zur Rettung des Genetivs in der deutschen Sprache, die es dem Duden bis heute nicht verziehen haben, dass er eines Tages erlaubte, das Wort „wegen“ mit dem Dativ zu kombinieren. Sie hätten es in keinster Weise geduldet – wenn es denn eine keinste Weise gäbe.

Dass es sie nicht gibt, liegt an der Gattung der Absolut-Wortarten. Denn das „Einzigste“ ist nicht nur eine perfekte Falle für unterbeschäftigte Sprachwächter und Anhänger des kleinen Karos, sondern logisch unmöglich. Etwas Absolutes ist nicht steigerbar, das zu tun, wäre der absoluteste Unfug – wenn es ihn denn gäbe.

Die „keinste Weise“ gibt es aber doch. Eine Suchmaschine im Internet findet mindestens 800 000 Stellen mit dieser Wendung, darunter auch ihre Übersetzung ins Englische. Und im Textbestand des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache gibt es diese Wendung schon mehr als 1170 Mal. Das, so heißt es nun in den „Sprachnachrichten“ eben dieses Instituts, seien „entschieden zu viele, als dass man sie als einfache Fehler abtun sollte“.

Das dürfte die Stelle sein, an der auch die Duden-Redaktion hellhörig wird. Ohnehin hat ja niemand behauptet, dass der Duden das perfekteste Rechtschreib-Buch von allen ist.