Johnny Cash als Gastgeber - Premiere am Schauspielhaus Bochum

Jürgen Boebers-Süßmann
"Well, you're my friend..." - Das Ensemble um Schauspieler Thomas Anzenhofer und Musiker Torsten Kindermann lässt am Bochumer Schauspielhaus die legendäre Johnny Cash-TV-Show wieder aufleben.
"Well, you're my friend..." - Das Ensemble um Schauspieler Thomas Anzenhofer und Musiker Torsten Kindermann lässt am Bochumer Schauspielhaus die legendäre Johnny Cash-TV-Show wieder aufleben.
Foto: Birgit Hupfeld Fotodesign
Unter dem Titel „Well, you’re my friend“ lässt das Ensemble um Schauspieler Thomas Anzenhofer und Musiker Torsten Kindermann am Bochumer Schauspielhaus die legendäre Johnny Cash-TV-Show wieder aufleben. Das Premierenpublikum feierte sie mit stehenden Ovationen.

Bochum. Johnny Cash is back in town! Unter dem Titel „Well, you’re my friend“ lässt am Schauspielhaus das Ensemble um Schauspieler Thomas Anzenhofer und Musiker Torsten Kindermann die legendäre Johnny Cash-TV-Show wieder aufleben. Das Premierenpublikum war begeistert, feierte das Stück mit stehenden Ovationen.

2008 kam mit „A Tribute to Johnny Cash“ die erste Bochumer Cash-Produktion heraus; sie erlebte über 80 Vorstellungen und ist bis heute eine der populärsten Inszenierungen am Haus. Entsprechend „beängstigend“ fand Cash-Darsteller Thomas Anzenhofer anfangs den Gedanken einer Zweitauflage. Was könnte die erste wohl toppen?

Die Frage beantwortete man in Bochum clever: ganz was anderes! Regisseurin Barbara Hauck inszeniert also Cashs TV-Show neu, die Ende der 1960er Jahre in den USA ein Millionenpublikum hatte. Und in der Cash nicht solo auftrat, sondern sich im Duett mit so unterschiedlichen Musikern wie Ray Charles, Louis Armstrong, Stevie Wonder, Jerry Lee Lewis oder den Temptations präsentierte.

Als wäre die Band damals dabei gewesen

Hauck macht nicht den Fehler, die erste Cash-Ausgabe zu wiederholen, und sie fällt auch nicht darauf herein, besagte TV-Show bloß zu imitieren. Vielmehr machen sie und die Crew ihr eigenes Ding. Die Szenen spielen nicht nur auf der den späten Sixties nachempfundenen Showbühne, sondern auch im unaufgeräumten Backstage-Bereich, wo die Künstler – mittels der Hits von damals – über ihre Massenvermarktung, den Krieg in Vietnam, über Woodstock und Altamont, aber auch über ganz persönliche Befindlichkeiten räsonieren.

Das alles fließt flüssig über zwei Stunden dahin, und neben dem gut getroffenen Zeitkolorit ist es vor allem die stupende Musikalität, die diese Inszenierung ausmacht. Die Band um Torsten Kindermann nimmt sich Schätzchen wie „Ball of Confusion“ so beseelt zur Brust, dass man meinen könnte, sie wäre damals dabei gewesen.